Kälte gegen Bauchfett und für die allgemeine Gesundheit

Ist die Kältetherapie eine wirkliche Neuheit?

Nein, die Ganzkörperkältetherapie wird seit mehr als 30 Jahren zur Behandlung von rheumatischen Erkrankungen eingesetzt. Der Ursprung dieser Behandlungsmethode liegt in Japan. Anfang der 80er Jahre machte Professor Reinhard Fricke bereits erste positive Erfahrung bei der Behandlung von entzündlich-rheumatischen Erkrankungen mit Hilfe von lokalen Kälteanwendungen. Er war massgeblich daran beteiligt, dass die erste Ganzkörperkältekammer in Deutschland 1984 in Betrieb genommen wurde. Seit 2005 wird die Kältekammer auch im Profisport eingesetzt und ist mittlerweile auch bei ambitionierten Hobbysportlern ein Thema.

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Wie funktioniert eine Kryotherapie-Behandlung?

Nach eingehender Aufklärung über den Behandlungsablauf sowie Kontraindikationen und Risiken betreten die Patienten, eher spärlich bekleidet (Unterwäsche oder Badebekleidung) jedoch zwingend notwendig ist Akrenschutz (Stirnband, Mundschutz, Handschuhe, festes Schuhwerk und Socken) die Kammer. Eine Kryotherapie-Behandlung dauert in der Regel 2,5 bis 3 Minuten. Bei einem 2-Kammersystem, wie hier bei med-ice, geht es zuerst für etwa 20 Sekunden in einen -60°C kalten Vorraum bevor man den -110°C kalten Therapieraum betritt. Der Patient wird während der Therapiephase überwacht und soll sich in der Kammer locker bewegen. Die ½-minütigen Zeitansagen und Musik im Hintergrund helfen hier über den Therapieverlauf. Nach Verlassen der Kammer kann der Patient sich sofort wieder anziehen und je nach Belieben leichte sportliche Aktivitäten ausüben. Dies kann aber individuell gehandhabt werden.

Wann setzen Spitzensportler auf Kälte?

Der Spitzensportler profitiert von der Kältekammeranwendung in erster Line durch die effektive Erholung nach einer Belastung. Die beanspruchte Muskulatur wird durch die intensive Durchblutung gelockert, Schadstoffe können schneller abtransportiert werden. So empfiehlt es sich, regelmässige Kältegänge nach Training und Wettkampf sowie in Trainingsplanung bzw. Wettkampfvorbereitung einzuplanen. Intensive Erholung fördert die Leistungsfähigkeit. Das sogenannte Pre-Cooling, also die Kälteanwendung kurz vor einer längeren sportlichen Belastung bei hohen Aussentemperaturen hat den Effekt, den Leistungsabfall durch die entstehende Hitze im Körper heraus zu zögern. Es wäre für einen Spitzensportler demnach optimal unmittelbar nach dem Kältegang eine intensive Trainingseinheit zu absolvieren. Da es Kältekammeranlagen nicht aller Orts gibt, beschränken die meisten Profis sich auf regelmässige Kältegänge zur Regeneration. Leider trifft fast jeden Spitzensportler auch einmal das PECH. Dann wird die Kältekammer nach Sportverletzungen zur Rehabilitation genutzt und so setzen viele Sportler zur schnelleren Genesung nebst den üblichen physiotherapeutischen Massnahmen auf regelmässige Kältegänge. Hier kommt dem verletzten Sportler die Wirkung genauso zugute wie dem Rheumapatienten. Der entzündungshemmende, abschwellende und schmerzlindernde Effekt beschleunigt den Heilungsprozess und der Trainingsausfall kann verkürzt werden.

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Wie sieht es bei medizinischen Indikationen aus? Ist z.B. gerade bei Rückenschmerzen nicht eher Wärme gefragt?

Patienten mit chronisch-entzündlichen Schmerzen (Rheuma, Morbus Bechterew, Fibromyalgie, Polyarthritis und rheumatoide Arthrose) berichten nach Kuranwendungen von 1 – 2 Wochen mit bis zu 2 Kältegängen am Tag von einer verbesserten Beweglichkeit und verminderten Schmerzen. Viele dieser Patienten meiden meist Wärmeanwendungen wie Saunagänge, Solebäder oder Wärmepackungen, da die zusätzliche Wärmeapplikation oftmals den entzündlichen Schmerz verstärkt. Hingegen bei einem klassischen „Hexenschuss“ ist zunächst erst einmal Wärme und Ruhe angesagt. Wenn die Beweglichkeit dann wieder etwas besser ist, kann die Kälteanwendung die Muskulatur wieder lockern und hilfreich bei der Genesung sein. Gerne wird die Kryotherapie auch bei Personen mit depressiven Erkrankungen angewendet, da während des Kältegangs Endorphine freigesetzt werden, welche bei diesen Patienten ein besonderes Wohlgefühl hervorrufen. Bei Multiple Sklerose Patienten stellen wir immer wieder eine verbesserte Koordination und Beweglichkeit nach dem Kältegang fest. Damen mit Lipödem, schweren oder geschwollenen Beinen hilft das Runterkühlen besonders in den Sommermonaten das unangenehme Staugefühl im Rahmen zu halten.

Auch im Beauty- und Wellnessbereich steigt die Beliebtheit der Kältetherapie stetig an. Wem und bei welchen Bedürfnissen kann die Kryotherapie helfen?

Das Thema Wellness- und Beauty hat bei med-ice einen eher geringeren Stellenwert, da hier hauptsächlich Rheumapatienten und Sportler die Therapie in Anspruch nehmen. Der positive Nebeneffekt auf Haut und allgemeines Wohlbefinden wird aber in der Tat von vielen Kältegängern bestätigt. So wirkt die Kälte sehr positiv auf das Bindegewebe und bei regelmässiger Anwendung verbessert sich auch das Hautbild. Wichtig ist aber nicht nur der regelmässige Kältegang sondern auch das Paket „Bewegung + Ernährung“. Will man etwas zur Stärkung des Immunsystems und fürs allgemeine Wohlbefinden tun, so ist der schnelle 3 Minuten Kältekick natürlich immer eine gute Alternative zu langandauernden Wellnessbehandlungen. Ebenso beliebt ist der Kältegang um Stress abzubauen oder sich nach einem intensiven Arbeitstag zu vitalisieren. Wer ein paar Pfunde zu viel hat profitiert ebenfalls, Stoffwechsel und Fettverbrennung werden angekurbelt. Wer also den Winterspeck loswerden will und eine Kombination aus Frieren und Trainieren wählt, wird im Sommer ganz sicher eine gute Figur machen.

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