Ätherische Öle – Eine Einführung

Wortherkunft

Eine gehobene Weite, Weltenseele, lebendiger, feiner Urstoff, den Weltraum durchdringendes feines Medium, Raum des Himmels… Der Wortursprung von Ätherischen Ölen könnte poetischer kaum sein. Die Wertschätzung der Ätherischen Öle werden auch in Übersetzungen klar, wie im englischen Wort «essential oils» oder im französischen Wort «huiles essentielles» — die essentiellen Öle.

Herstellung

Widmet man sich der Herstellung der “essentiellen Öle“, wird das Produkt seinen Anforderungen gerecht. Für die Pflanze selber dienen die ätherischen Öle, welche in speziell dafür angelegten Zellen gespeichert sind, zum Anlocken oder Abwehren von beispielsweise Insekten. Die häufigste verwendete Form der Herstellung ist die Wasserdampfdestillation. Pflanze und Wasser werden in einer speziell dafür hergestellten Apparatur erhitzt, bis die Essenz (das Öl) der Pflanze und das Wasser selber verdampfen. Nachdem Öl und Wasser abgekühlt wurden, kommen sie in eine Auffangschale, in welcher sich das Öl klar von dem Wasser abtrennt, das Öl schwimmt oben auf. In seltenen Fällen, sind die Öle auch schwerer als das Wasser und sammeln sich unten an. In diesem getrennten Zustand ist die “Essenz“ einfach vom Wasser zu trennen. Zitrusöle erhält man hauptsächlich aus einer Kaltpressung, bei welcher die Fruchtschalen ausgepresst werden.

Die ätherischen Öle sind deshalb so eindrucksvoll, weil sie alle Eigenschaften der Pflanze in sich vereinigen, die wissenschaftlich nachweisbaren heilenden Wirkungen, das Wesen sowie die Seele der Pflanze.

Aber Vorsicht!

Gerade weil die ätherischen Öle eine so konzentrierte Form der Pflanze selber darstellen, kann eine unbewusste Verwendung auch Schaden anrichten! Die Anwendung an Kindern sowie an Frauen in der Schwangerschaft soll ausschließlich nur in ärztlicher Betreuung stattfinden!
Es ist deshalb wichtig, sich vorher gut zu informieren, bevor man diese Schätze zuhause selber anwendet. Aber es lohnt sich! Sind sie einmal in deinem Alltag angelangt, möchte man sie nicht mehr wegdenken.

Ein Anfang

Ein Anfang könnte sein, sich eine kleine Kollektion von verschiedenen Ölen anzuschaffen und sich langsam mit diesen anzufreunden — sie kennen zu lernen. Bei der Anschaffung ist wichtig, dass du auf die Qualität der Öle achtest. Zu günstige Öle sind oft nur für Duftlampen geeignet und eben nicht für die Einnahme oder äußerliche Anwendung! Persönlich ist mir auch wichtig, dass die ätherischen Öle 100% biologisch sind, ich möchte keine Pestizide in so einer konzentrierten Form auf oder in mich nehmen.
Jetzt aber viel Spaß beim Kennenlernen dieser essentiellen Substanzen.

Teebaumöl — Melaleuca alternifolia

Das Teebaumöl ist ein kleines Wundermittel in jedem Haushalt! Seine Einsatzgebiete sind riesig, zudem gilt es als das natürliche Antibiotika…

Hauptwirkungen

  • antibakteriell
  • wundheilend
  • desinfizierend
  • pilztötend

Anwendungsgebiete

Kosmetik

In der Kosmetikindustrie wird sehr oft Teebaumöl verwendet. Jedoch ganz oft in einem minimen Anteil, woher sich die Inhaltsstoffe des kostbaren Teebaumöls gar nicht entfalten können.
Um Teebaumöl selber in der Kosmetik anzuwenden, mischt man es am besten mit ein wenig Mandelöl. So kann es zur Gesichtspflege bei unreiner Haut verwendet werden. Verträgt man dies gut oder die Wirkung ist nicht stark genug, kann immer mehr Teebaumöl und weniger Mandelöl verwendet werden. Um die Haut langsam an die starke Wirkung des Teebaumöls zu gewöhnen, empfiehlt es sich, mit einer Mischung zu beginnen. Andere hochwertige Öle wie Olivenöl, Kokosöl, Leinöl etc. bieten sich ebenso als Trägeröl an.

Hauterkrankungen

Das Teebaumöl wird bei zum Beispiel Akne, Pickel, Warzen oder Ekzemen direkt auf die betroffene Stelle geträufelt. Die antibakterielle und antifungale Wirkung kann hierbei Wunder wirken. Vorsicht aber mit der Dosierung, ein Tropfen reicht pro Anwendung. Am besten trägt man es auf ein Wattebausch oder ein Taschentuch auf und tupft so die betroffene Stelle ab.

Infektionen

Besonders Infektionen wie Erkältungen im Hals und Mundbereich aber auch Schnupfen und Husten können mit Teebaumöl erfolgreich bekämpft werden. Zudem hat das Teebaumöl Immunsystem stärkende Eigenschaften.
Gegen Halsschmerzen nimmt man ein Glas warmes Wasser und träufelt wenige Tropfen Teebaumöl hinein. Damit gurgelt man mehrmals am Tag.
Bei Schnupfen empfiehlt es sich Teebaumöl einem Dampfbad hinzuzufügen um die Atemwege zu befreien. Eine andere Variante ist, ein bis zwei Tropfen auf ein Taschentuch zu geben und sich dieses Taschentuch für einige Minuten auf die Nase zu legen.
Gegen Husten ist es sehr erlösend einige Tropfen auf die Stirn oder auf die Nase zu geben um die Atemwege zu befreien.

Psyche

In den letzten Jahren konnten die psychischen Auswirkungen die Teebaumöl auf uns hat nachgewiesen werden. Das Öl ist ein klarer Kraftspender, es kann Ängste nehmen, sowie das Selbstvertrauen stärken.

Wintergrün-Öl — gaultheria fragrantissima — Gaultheria procumbens

Die Anwendung dieses Öles liegt Jahrhunderte zurück. Hauptsächlich hilft es zur Linderung von Schmerzen an unserem Bewegungsapparat. Das Wintergrün-Öl gilt als das natürliche Aspirin. Es ist jedoch Vorsicht geboten, da das Öl unverdünnt gar nicht angewendet werden sollte.

Hauptwirkung:

  • schmerzstillend
  • beruhigend
  • entzündungshemmend
  • krampflösend
  • regenerierend
  • antirheumatisch
  • entwässernd

Anwendungsgebiete

Bewegungsapparat

In einem Vollbad helfen 6 Tropfen Wintergrün-Öl gegen Muskelbeschwerden, Gicht, steife Glieder und Rheumabeschwerden.
Zur Massage von schmerzenden Körperstellen (aufgrund von Überanstrengung, Rheuma, Arthritis, Sportverletzungen, Muskelkater…) können fünf Tropfen Wintergrün-Öl zu 10 ml Sojaöl, Olivenöl, Hanföl, Mandelöl, Kokosöl hinzugefügt werden.

Psyche

Zur Seelischen Anwendung eignet sich das Wintergrün-Öl als starker Anreger, es kann helfen Vorurteile und Intoleranz abzubauen, zudem hilft es unser Denkvermögen anzuregen, sprich es löst geistige Inflexibilität.

Rosmarinöl — Rosmarinus officinalis cineoliferum

Bei Rosmarin denkt man vielleicht zuerst an seine tollen Eigenschaften in der Küche, doch auch im Badezimmerschrank soll ein Fläschchen Rosmarinöl stehen — zu unserem Wohltun! Es gibt drei Chemotypen von Rosmarinöl, Rosmarin Borneon, Rosmarin Cineol (den ich hier vorstelle) und Rosmarin Verbenon.

Hauptwirkung:

  • durchblutungsfördernd
  • anregend
  • antibakteriell
  • entzündungshemmend
  • entspannend
  • krampflösend
  • pilztötend
  • tonisierend
  • schmerzstillend
  • menstruationsfördernd

Anwendungsgebiete

Die Anwendungsgebiete des Rosmarin Öls (cineol) sind die Folgenden:

  • Stärkung des Immunsystems
  • Atemwegerkrankungen
  • Erkältungskrankheiten
  • Gedächtnis und Konzentration
  • Schmerzlinderung
  • Wundheilung
  • Pilzerkrankungen
  • Durchblutungsstörungen
  • Haarpflege (fettendes Haar, Schuppen)
  • Geistige Erschöpfung
  • Seelische Ängste

Rosmarinöl für die Küche

Eine gute Variante regelmäßig von den gesundheitsfördernden Eigenschaften des Rosmarins zu profitieren, ist ihn in die Küche miteinzubeziehen. Einfach geht dies, indem man ein hochwertiges Olivenöl kauft und ihm einige Tropfen Rosmarinöl beigibt. Das regelmäßige Konsumieren dieser Ölmischung kann sich sehr gesundheitsfördernd auf die Verdauung und somit das Immunsystem auswirken. Zu beachten ist dabei, dass das Öl in einer Glasflasche an einem lichtgeschützten Ort gelagert werden soll.

Gegen Schuppen

Ganz einfach zehn Tropfen Rosmarinöl ins Lieblingshampoo (wenn möglich ein Mildes) mischen, gut schütteln und bei der Haarwäsche zwei Minuten einziehen lassen.

Massageöl

Rosmarin hat stark durchblutungsfördernde und anregende Eigenschaften. Massagen mit Rosmarinöl sind besonders zu empfehlen bei; Muskelbeschwerden, Konzentrationsschwächen, Muskelverspannungen, Kreislaufbeschwerden, Herzschwäche und Cellulite. Obwohl das Rosmarinöl stark anregende Eigenschaften besitzt, kann es durchaus auch nach sportlichen Aktivitäten zur Regenerierung der Muskulatur verwendet werden. Für eine durchblutungsfördernde Massage können zwei Esslöffel Trägeröl (Leinöl, Kokosöl, Olivenöl, Weizenkeimöl…) mit acht Tropfen Rosmarinöl vermengt werden. Man kann auch mit weniger Rosmarinöl Tropfen starten und je nach Intensivierungswunsch die Menge steigern. Das Rosmarinöl nie direkt auf die Haut anwenden. Es soll immer ein Trägeröl beigemischt werden.

Konzentrationssteigernd / Gedächtnisstärkend

Allein das riechen an der Flasche hilft eine Konzentrationssteigerung zu erhalten. Des Weiteren kann der Duft von Rosmarinöl (beispielsweise in einer Duftlampe) einen klaren, wachen Geist schenken, besonders wenn uns eine Person oder Situation schwer durchschaubar erscheint. Zudem verleiht das Rosmarinöl innere Stärke und besänftigt die Nerven.

Viel Freude beim Kennenlernen dieser spannenden Essenzen!

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