Apfelessig ist ein genialer Alleskönner im Haushalt

Ist Apfelessig wirklich so ein Wundermittelchen, wie so gern geschrieben wird? Kaum eine Frauenzeitschrift und kaum ein Ratgeber kommt ohne Tipps zu dem vergorenen Apfelaufguss aus. Seit Jahren liegen sie einem in den Ohren mit ihren Erkenntnissen, wie Apfelessig beim Abnehmen helfen soll und wie nützlich er im Einsatz gegen Insektenstiche und Brandblasen ist.

Doch ganz ehrlich habe ich viele der Tipps nur einmal ausprobiert und dann links liegen gelassen. Die meisten machen das Leben nicht wirklich einfacher, sondern sind eher unpraktisch und ineffektiv. Durch einen älteren Beitrag bei The Tree Hugger bin ich jetzt aber wieder auf den Apfelessig gekommen. Nach ein paar Wochen Anwenden und Ausprobieren kann ich jetzt meine drei besten Erfahrungs-Tipps mit Apfelessig weitergeben.

Vorweg: Apfelessig kann man recht einfach selbst machen. Ich würde das jedem raten, der selbst einen Garten und damit Fallobst zur Verfügung hat. Ansonsten tut’s auch der Apfelessig aus dem Lädli. Bio-Apfelessig ist immer vorzuziehen!

1. Obst und Gemüse waschen

Washing Colorful Fruits And Vegetables

Obst und Gemüse wasche ich nur noch mit einer Essig-Wasser-Lösung. Keine Angst, das schmeckt man nicht. Das Essig-Wasser hat ein paar grosse Vorteile gegenüber dem einfachen Abspülen mit Wasser: Es kann Schadstoffe wie Pestizide oder Bakterien schnell lösen. Wir waschen uns ja auch nicht nur einfach mit Wasser… Für Obst und Gemüse nimmt man 10% Essig und 90% Wasser. Vor allem bei Obst mit wachsartigen Überzügen ist das Essigwasser toll. Man lässt es einfach in der Lösung schwimmen, empfindliches dünnes Blattgrün nur kurz, grosse Stücke wie Gurken, Äpfel und Rübli können ruhig zehn Minuten baden. Dann wird kurz mit klarem Wasser abgespült. Man kann das Essigwasser auch noch mit Natron anreichern und in einer Sprühflasche aufbewahren. Dann sprüht man seine Lebensmittel kurz ein und wäscht sie danach ab.

Über die Wirkung gibt es eine interessante Studie zur antibakteriellen Wirkung von Essig gegen übertragbare pathogene Bakterien.

Die Lösung muss man anschliessend nicht wegschütten. Auch wenn sie die Schadstoffe ausgewaschen hat, kann man sie immer noch als Giesswasser im Garten verwenden. Angeblich braucht man auch bei Zimmerpflanzen keine Sorge haben, dass diese übersäuern, wenn man auch mal mit purem Wasser giesst – ich vertraue dem Tipp aber nicht so ganz und nehme es nur draussen für Büsche, Bäume und die Hecke.

2. Geruchsbekämpfer

Apfelessig ist ein überraschend gutes Mittel bei üblen Gerüchen. Er hilft bei stinkenden Abflussrohren ebenso, wie bei Sportschuhen. Selbst bei Mundgeruch ist er ein echtes Geheimmittel. Die Dosis ist nur jedes Mal eine andere. Als Bekämpfung von unangenehmen Gerüchen im Raum stellt man eine Schüssel mit möglichst grosser Oberfläche auf. Der Apfelessig wird dann pur verwendet. Es riecht nur am Anfang etwas nach dem Essig, dann bindet er aber vor allem die schlechten Gerüche und ist selbst kaum bemerkbar. Wenn man den Essig für Schuhe einsetzen möchte, verwendet man eine Lösung aus 1/3 Essig und 2/3 Wasser und sprüht die Lösung in die Schuhe. Gut trocknen lassen. Die gleiche Lösung kann auch zum Einsatz kommen, um sie direkt auf die Füsse zu sprühen. Das macht im Sommer frisch und hilft gegen das Schwitzen.

Gegen Mundgeruch hilft eine Mischung von mindestens 1/4 Essig und 3/4 Wasser – ansonsten ist selbst der milde Apfelessig zu sauer, um ihn im Mund zu behalten. Man gurgelt damit kurz und sollte dann mindestens eine halbe Stunde nichts essen und sich nicht die Zähne putzen, da die leichte Säure sonst ein einfaches Spiel hat und die Zähne schädigen könnte..

3. Haut- und Haarpflege

Beim Thema Essig als Haut- und Haarpflegemittel war ich bisher besonders skeptisch. Der Apfelessig hat sich allerdings als eine gute Hilfe bei Rasurbrand erwiesen, beziehungsweise als Prophylaxe dagegen. Gottseidank brennt Apfelessig auch nicht so sehr wie zum Beispiel ein klassisches After Shave mit Alkohol. Um seine gute Wirkung zu entfalten, genügt ein Mix aus einem Teil Apfelessig und einem Teil Wasser. Man kann die Tinktur einfach mit den Händen auftragen oder mit einem Wattebausch. Der Duft verfliegt recht schnell, er ist aber recht gewöhnungsbedürftig. Der Apfelessig bringt seine Wirkung als Hautpflegemittel übrigens nur zum Teil durch die antibakterielle Wirkung. Die Enzyme und der PH-Wert machen den Essig zur äusseren Anwendung so interessant. Daher soll die Tinktur auch bei Pickel und Mitesser helfen und sogar bei schlecht heilenden Wunden förderlich sein.

Oftmals habe ich den Tipp gelesen, Essig verdünnt als Haarspülung zu verwenden. Sinn macht das aber nur, wenn man sich die Haare nicht mit einem Shampoo wäscht, sondern sie zum Beispiel mit Soda reinigt. Dann ist der Essig verdünnt (1/5) als Neutralisator ein Hit. Ansonsten greift der Essig die Haare an.

0
Schreiben einen Kommentar
  1. […] direkten Sonnenstrahl zu Gesicht bekam, vergiftet mit zahlreichen Chemikalien, die sich auch unter Einsatz von Spülmittel nur schwer bis gar nicht abwaschen lassen, sollen wir essen – oder noch viel schlimmer – unseren Kindern auftischen? Studien […]

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.