EU verbietet hormonell wirksame Stoffe in Babykosmetik, codecheck hilft euch beim Aufspüren

Mit Codecheck, einer Datenbank für gesundheitsgefährdende Zusätze in Lebensmitteln und Kosmetik, können Verbraucher all ihre täglichen Güter auf Gefahrpotential prüfen. Auch für die neuen Richtlinien zu hormonell wirksamen Mitteln ist das Portal bereits eingestellt.

Zum Hintergrund:

Unfruchtbarkeit, Fettleibigkeit, verfrühte Pubertät oder verschiedene Krebsarten können aus der gefährlichen Mischung hormonell wirksamer Chemikalien in Kosmetikprodukten resultieren. Vor allem Schwangere, Kinder und Teenager sind gegen diese Gefahr nicht ausreichend geschützt. Jedes dritte Körperpflege-Produkt ist gemäss einer BUND-Studie belastet. Ab April 2015 sind zwei als Konservierungsstoffe verwendete Parabene in Babykosmetik verboten, nicht jedoch die Kombination verschiedener hormonell wirksamer Chemikalien. Die Kombinationswirkung kann zu einem Cocktail-Effekt führen, der sehr gefährlich sein kann. Grenzwerte gibt es lediglich für einzelne Chemikalien, die von der Weltgesundheitsorganisation 2013 sogar als „globale Bedrohung“ eingestuft wurden.

Um sich zu informieren und vorGefahrenstoffe zu schützen, scannt man einfach den Barcode von Kosmetikprodukten mit der kostenlosen Codecheck-App für Android- oder iOS-Smartphones und findet so kinderleicht Ersatzprodukte.

Risiken nur teilweise gebannt

Die EU-Kommission für Verbraucherschutz sieht die Gefahren von den zwei Konservierungsstoffen Propylparaben und Butylparaben als ausreichend, um die Höchstkonzentration für Produkte, die nach dem 16. April 2015 produziert werden, gesetzlich zu senken und in nicht abzuspülenden Kinderprodukten, wie z.B. Babycreme, gänzlich zu verbieten. E. Diamanti-Kandarakis, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Professorin der Universität Athen gibt zu bedenken, dass es keine Rolle spielt ob man hormonell wirksame Stoffe in Form von Medikamenten einnimmt oder als Kosmetikprodukt auf die Haut aufgetragen. So oder so lagern sie sich im Bindegewebe ab.

Roman Bleichenbacher, Geschäftsführer von Codecheck.info:

„Anders als meist angenommen, machen hormonell wirksame Substanzen nicht durch die Dosis das Gift, sondern durch die Mischung und das Alter des ersten Kontaktes.“

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Nicht die Dosis macht das Gift

Je früher der Mensch den Substanzen ausgesetzt ist, desto grösser sind demnach die Risiken. Ein weiterer Risikofaktor ist die Vielzahl hormonaktiver Stoffe, die konventioneller Kosmetik beigefügt wird. Die Chance, dass dabei ein gefährlicher Hormoncocktail entsteht, ist gross – trotz einiger Grenzwerte für einzelne Substanzen.

Verzögerte Auswirkungen

Parabene wirken wie natürliche Hormone und haben somit einen grossen Einfluss auf den gesamten Organismus. Enthalten besonders in hochpreisiger, konventioneller Kosmetik ist die Schädigung des Körpers ein schleichender Prozess, der oft erst Jahre später, und deshalb meist nicht in direktem Zusammenhang mit Kosmetika, erkannt wird. Besonders für Föten im Mutterleib, Kleinkinder und Teenager ist die Gefahr gross, da der Körper noch in der Entwicklungsphase ist. In Kooperation mit Codecheck.info hat die Umweltorganisation BUND in einer Studie herausgefunden, dass ein Drittel aller Kosmetikprodukte mindestens einen dieser hormonell wirksamen Stoffe enthält, den wir uns täglich auf die Haut schmieren. Bei der Untersuchung von über 83.000 Kosmetikprodukten stellte sich heraus, dass vor allem konventionelle, hochpreisige Marken stark belastet waren. Ein Zeichen, dass es auch ohne schädliche Zusatzstoffe funktioniert, setzen viele Naturkosmetikhersteller, deren Produkte komplett frei von hormonell wirksamen Substanzen waren.

Wie können sich Verbraucher schützen

Um Verbrauchern die Möglichkeit zu geben, sich schnell und einfach zu schützen, ermöglicht es Codecheck.info, den Barcode von Kosmetikprodukten zu scannen und sofort zu erkennen, ob hormonell wirksame Stoffe oder andere problematische Stoffe enthalten sind. Bei belasteten Produkten lassen sich einfach gesündere Produkte finden.

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