Kopfsache…

476 Seiten dick ist das im Goldmann-Verlag erschienene Werk in seiner deutschen Fassung. Eine geballte Ladung an Informationen, Zahlen, Daten und Fakten über unser Gehirn. Beim ersten Durchblättern stechen einem Computertomografie Fotos von gesunden und kranken Gehirnen ins Auge und erste Zweifel kommen auf, ob man den als Leser über genügend medizinische Fachkompetenz und bei so vielen Seiten auch entsprechendes Interesse verfüge, um dieses Werk in Angriff zu nehmen und einen Nutzen daraus ziehen zu können.

Muss ich denn wirklich wissen, wie mein Gehirn funktioniert?

Unsere Frage greift der Autor zum Glück bereits in der Einleitung auf: „Manche Leser fragen sich vielleicht, ob wirklich jeder einzelne Leser selbst Hirnprobleme erkennen und ändern sollte. Meine Antwort darauf ist ein entschiedenes Jahr! Ich glaube, dass nahezu jeder davon profitieren kann, wenn er so viel wie möglich darüber weiss, wie sein Gehirn funktioniert.“ Schliesslich zählen die genannten Krankheiten mittlerweile zu Volkskrankheiten.

Wo bleibt der praktische Nutzen?

Entgegen des ersten Eindruckes überzeugt „Das glückliche Gehirn“ mit einer Fülle an Checklisten, anschaulichen und teils beängstigenden Beispielen und gut erklärten Übungen, die auch im Alltag relevant sind. Das scheinbar abstrakte Medizinalwerk wird nach der anfänglichen Überwindung zu einem Page-Turner, der Leser ertappt sich beim Ausfüllen der Checklisten, beginnt alltägliches Denken und Handeln zu hinterfragen und verbindet sein eigenes Verhalten mit den aus dem Buch erworbenen Erkenntnissen.

Unser Fazit

Tagtäglich setzen wir uns mit unserem Körper auseinander, wissen genau, wo welche Fettpolster zufrieden sind, machen uns Gedanken über eine gesunde Ernährung und glauben zu wissen, wie unser Körper funktioniert. Doch uns darüber Gedanken zu machen, weshalb wir uns wie Gedanken machen, das hätte uns schon früher in den Sinn kommen dürfen.

„Das glückliche Gehirn“
ISBN: 978-3-442-17152-1

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