Länggass-Tee: Eine wahre Leidenschaft

Seit 1983 existiert der Familienbetrieb Länggass-Tee in Bern. Wie begann ihre Leidenschaft für den Tee?

Die Leidenschaft für Tee entstand durch den Genuss. Bis kurz vor Ladeneröffnung lebten Katrin und Gerhard Lange in Hamburg. Hamburg war und ist eine bedeutende Teehandelsstadt, der Weg zum Tee daher nicht weit. Aus der Leidenschaft entstand ein Unternehmen und aus dem Unternehmen speist sich wiederum die Leidenschaft. Auf den ersten Asienreisen sprang der Funke auch auf Kaspar Lange über, den ältesten Sohn der Familie. Die Auseinandersetzung mit dem Fach wird im ganzen Längass-Tee Team genussvoll angegangen.

Was macht für Sie heute noch die Magie des Tees aus?

Die Magie des Tees liegt in seiner unendlichen Vielfalt. In den Blättern der Teepflanze liegt die ganze Welt; durch die Verarbeitung werden Aromen herausgearbeitet, die an Blumenwiesen, einen Herbstwald, einen kalten Winterabend in den Bergen oder an einen alten Holzstall erinnern. Die Eigenschaft des Tees, den Geist und die Sinne anzuregen wird schon seit Jahrtausenden geschätzt und macht nach wie vor einen grossen Teil unserer Faszination aus. Hinter einem wertvollen Tee steckt der aussergewöhnliche Rohstoff, die camellia sinensis sowie die künstlerische Hand eines Teemeisters oder einer Teemeisterin. Das für die Teeproduktion notwendige Verständnis sowohl der Pflanzen, der natürlichen Gegebenheiten des Terroirs als auch der technischen Finessen der Herstellungsprozesse ist immer wieder sehr beeindruckend und berührend.

Nebst der Leidenschaft ist auch fachliche Kompetenz gefragt, internationales Verhandlungsgeschick und Sprachkenntnisse – wie haben Sie sich alle diese Fähigkeiten angeeignet?

Die fachliche Kompetenz wird durch die Leidenschaft vorangetrieben. Sich weiterbilden im Tee bedeutet Austausch und Degustation. So wurde schon seit Beginn des Unternehmens jeder Tee vor dem Einkauf sorgfältigst degustiert. Vor ungefähr 10 Jahren führte der Weg nach Asien, in die Ursprungsländer des Tees und ja, dort sind Sprachkenntnisse und Verhandlungsgeschick erfordert. Kaspar Lange lernte in Beijing chinesisch und bildet sich auf den jährlichen Einkaufsreisen und im Kontakt mit Lieferantinnen und Lieferanten ständig weiter. Unsere Fachkompetenz wird aus diesen Reisen gespiesen. Die Besuche vor Ort ermöglichen einen vertieften Einblick in Produktion(/en) und Verarbeitunsgarten; Degustationen mit Produzenten und Expertinnen führen zu einer ständigen Weiterentwicklung der sensorischen Fähigkeiten, die uns als Gradmesser dienen.

Was gehen Sie bei der Suche nach einem wertigen Tee vor?

Im Vordergrund stehen immer Duft und Aroma, ein Tee der Charakter hat ist vielschichtig und entwickelt sich langanhaltend. Wir wählen wertige Tees in ausführlichen Degustationen aus. Alltagstees werden anhand von Mustern auf ihre Qualität geprüft. Die Raritäten werden während den Asienreisen ausgewählt und eingekauft. Um an diese aussergewöhnlichen Tees zu gelangen führen die Wege zu den abgelegenen Teeanbaugebieten. Dort gilt es ständig, das eigene Fachwissen unter Beweis zu stellen. In der Degustation ist es möglich zu differenzieren; stammt ein Tee tatsächlich aus der genannten Region, aus einem bestimmten Dorf und sind die Teepflanzen tatsächlich über 500 Jahre alt? Mit viel Erfahrung können all diese Einflussfaktoren im Tee erkannt werden und nur so ist es möglich an die echten, originalen Tees zu gelangen.

Beim Alltagsteetrinker hört der Differenzierungsgrad oft bei Schwarztee und Grüntee auf. Welche Teesorten und Herkunftsländer gehören zu den Grundkenntnissen?

Grundsätzlich werden die verarbeiteten Teeblätter in sechs Verarbeitungsarten eingeteilt. Neben den bekannten grünen und schwarzen Tees, gibt es weisse, gelbe, Oolong oder postfermentierte Tees, welche alle nach unterschiedlichen Methoden hergestellt werden. Hier prägen u.a. Prozesse wie die Oxidation oder auch die mikrobielle Fermentation den Charakter der jeweiligen Teeart. Tee wächst grundsätzlich überall, wo das Klima den Bedürfnissen der Pflanze entspricht. Im subtropischen Bereich, wo die Temperaturen warm und die Luftfeuchtigkeit hoch ist gedeihen die Pflanzen gut. So wird Tee einerseits in Ländern produziert, wo die Kultivierung der Pflanze und die artisanale Verarbeitung der Teeblätter eine lange Tradtition haben, wie etwa in China oder Japan, aber auch Korea und Taiwan. Andererseits haben verschiedene Kolonialmächte im 19. Jahrhundert die Teepflanze in andere Länder gebracht; so wird heute z.B. in Indien oder Sri Lanka ebenfalls eine beträchtliche Menge Tee hergestellt.

Wie können sich Interessierte aus- und weiterbilden?

Wir bieten in der Teeschule ein ausführliches Kursprogramm an, welches den Bedürfnissen der Geniesserinnen und Geniesser genau so angepasst ist, wie jenen der Fachpersonen aus Gastronomie und Detailhandel. Das Fachwissen wird in den Kursen stets verknüpft mit unterschiedlichsten Degustationen. Denn ohne zu trinken und ohne zu geniessen ist es nicht möglich, die Welt des Tees für sich zu entdecken und zu erfassen.

www.laenggasstee.ch

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