Mit der Hagebutte gegen Arthrose & Cholesterin

Das Rosengewächs Hagebutte gilt als reich an Vitamin C und wird seit Jahrhunderten als Heilmittel eingesetzt. So lassen sich aus der Schale der Hagebutte vitamin- und pektidreiche Aufgüsse zubereiten, die leicht harnabführend wirken und Therapien bei Nieren- und Blasenleiden unterstützen. Das Mus hingegen hat auf den menschlichen Organismus eine austreibende Wirkung und wird deshalb für die Behandlung von rheumatischen Erkrankungen und Gicht eingesetzt. Erst seit wenigen Jahren ist bekannt, dass sich Hagebuttenpulver auch hervorragend zur Linderung von Symptomen eignet, die durch eine Arthrose hervorgerufen werden. Dafür verantwortlich sind die sogenannten Galaktolipide. Diese wurden von einer dänischen Forschergruppe als aktive Inhaltsstoffe in der Hagebutte nachgewiesen. Sie werden gerade intensiv untersucht und bieten der medizinischen Forschung interessante Perspektiven.

Was ist Arthrose?

Bei Arthrose – im Volksmund oft auch vorzeitiger Gelenkverschleiß genannt – handelt es sich um eine Gelenkerkrankung, welche weltweit am häufigsten vorkommt. Auch für diverse körperliche Behinderungen ist Arthrose die Ursache. Üblicherweise beginnt die vorzeitige Alterung der Gelenke schon bei jungen Erwachsenen. Betroffen sind hauptsächlich die Gelenke in Knie und Hüfte, aber auch in Händen und der Wirbelsäule. Im weiteren Verlauf der Erkrankung wird der Knorpel rauer und rauer, wobei er allmählich seine Funktion als Gleitschicht und Stoßdämpfer verliert. Das hat zur Folge, dass die Gelenke steif werden und die Betroffenen unter Schmerzen leiden. Es handelt sich bei der Arthrose also um eine degenerative Schädigung, welche sich nicht mehr zurückbildet. Deshalb müssen die betroffenen Patienten dauerhaft medikamentös behandelt werden. In der Vergangenheit wurden zur Schmerzlinderung vor allem Cyclooxygenase-Hemmer sowie steroidale Antirheumatika genutzt. Seit wenigen Jahren ist auch Lumiracoxib, ein selektiver COX-2-Hemmer zur Behandlung von Arthrose zugelassen.

Neue Untersuchungen haben ergeben, dass standardisierte Pulver, die aus Schalen und Samen von Hagebutten hergestellt werden, die Funktionen von Leukozyten normalisieren können. Diese können bei Arthrosepatienten zu Entzündungen und Schädigungen der Gelenke führen. Ferner gibt es Hinweise darauf, dass die Pulver sowohl den Aufbau als auch den Zerfall des Gewebes im Knorpel beeinflussen können, weil sie antioxidativ sowie stabilisierend auf die Membran wirken.

Ein neuer Inhaltsstoff wurde identifiziert

Dänischen Forschern ist es in den vergangenen Jahren gelungen, ein Galaktolipid in einem aufwendigen Fraktionierungsverfahren als aktiven Bestandteil zu isolieren. In vitro konnte diese Substanz aus Fettsäuren und einem Zuckeranteil die Ausbreitung von polymorphkernigen Leukozyten hemmen. Zugleich konnte die Konzentration von C-reaktiven Proteinen im Serum gesenkt werden. Im Rahmen einer Studie wurde festgestellt, dass der Wert C-reaktiver Proteine schon nach zehn Tagen im Schnitt um 39 Prozent gesenkt werden konnte.

Darüber hinaus besitzt diese Substanz einen antioxidativen Effekt, wodurch die Membran stabilisiert wird. Dieser Effekt bewirkt, dass sich keine toxischen freien Radikale bilden. Dass Erythozyten von Menschen, die Hagebuttenpulver zu sich genommen hatten, in Blutbanken weniger Hämoglobin als gedacht abgegeben haben, sehen die Forscher als Beleg für diese Eigenschaft an.

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Gelenkschmerzen lassen sich lindern

Dass Hagebuttenpulver auch Linderung bei Gelenkschmerzen bringt, konnte durch zwei randomisierte und placebokontrollierte Doppelblindstudien nachgewiesen werden, die auch bereits beim Arthrose-Weltkongress vorgestellt wurden.

Im dänischen „Institute for Clinical Research“ wurden für die Studie 112 Patienten untersucht, die an Osteoarthritis leiden. Sie erhielten über einen Zeitraum von drei Monaten entweder ein Placebo oder fünf Gramm standardisiertes Hagebuttenpulver pro Tag. Nach diesem Zeitraum tauschten die Forscher das Therapieregime. Bewertet wurden verschiedene Parameter wie allgemeines Wohlbefinden, Gelenkschmerzen und Morgensteifigkeit. Bei Patienten, die mit Hagebuttenpulver behandelt worden waren, hatte sich der Zustand in Bezug auf diese Parameter deutlich verbessert. Darüber hinaus konnte die Gabe von zusätzlichen Schmerzmitteln um 44 Prozent reduziert werden.

Knie- und Hüftgelenk sowie tägliche Aktivitäten, Lebensqualität und die Schmerzen, unter welchen Osteoarthritis-Patienten leiden, wurde in einer weiteren Studie untersucht. Über einen Zeitraum von vier Monaten erhielten 50 Patienten pro Tag zwei Rationen an standardisiertem Hagebuttenpulver in einer Ration von 2,5 Gramm, 50 weitere ein Placebo. Das Hagebuttenpulver hatte bei dieser Studie sowohl die Beweglichkeit im Hüftgelenk deutlich verbessert als auch den Schmerz merklich verringert. Knapp zwei Drittel der Patienten bemerkten eine Reduzierung der Schmerzen, während sie das Pulver nahmen. Darüber hinaus wurde auch ein Langzeiteffekt festgestellt, der über die Dauer der Studie hinaus reichte.

Weil Arthrose in den Handgelenken die Betroffenen besonders stark behindert, wurden auch 32 Patienten, die von dieser Form betroffen sind, untersucht. Sie erhielten über drei Monate hinweg Hagebuttenpulver. 88 Prozent der Betroffenen berichteten von deutlich geringeren Schmerzen bei alltäglichen Handgriffen. In einer weiteren Untersuchung konnte eine Senkung des LDL-Cholesterol-Spiegels nachgewiesen werden. Dieses lagert sich in Gefäßen ab und führt dort zur Arteriosklerose. Nicht geklärt konnte werden, ob Hagebuttenpulver auch als Mittel zur Senkung des Blutdrucks verwendet werden kann.

Fazit

Das standardisierte Hagebuttenpulver gilt inzwischen als ausführlich getestetes Nahrungsergänzungsmittel für Patienten, die unter einer schmerzhaften Gelenkarthrose leiden. Der Grund: Durch das Hagebuttenpulver werden während des Entzündungsprozesses die entsprechenden Botenstoffe gehemmt. Dadurch kann bei den betroffenen Patienten eine bessere Beweglichkeit der Gelenke erreicht werden. Langfristig können die Patienten auch ihren Konsum an klassischen Schmerzmitteln, die Arthrosepatienten verabreicht werden, merklich reduzieren.

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