Mythos Bio: darauf kommt es bei Bio-Körperpflegeprodukten wirklich an

Sich im Labeljungle zurecht zu finden ist für Konsumenten fast unmöglich. Was kann Bio im Bereich der Kosmetik alles heissen?

Das ist eine immer wiederkehrende Frage. Um dies zu verstehen muss der Konsument die Richtlinien der Zertifizierer kennen und verstehen. So weiss er welche Standards die Produzenten einhalten müssen.

Als erstes sollte man die Natürlichkeit des Produktes hinterfragen. Dabei gibt es drei anerkannte Stufen:

  • Natürliche Inhaltsstoffe sind unverändert Stoffe der Natur und können nur durch physikalische Verfahren (wie Pressen, Einlegen in Wasser oder Alkohol, Destillation, Fermentierung, etc.) gewonnen werden.
  • Naturnahe Inhaltsstoffe werden aus natürlichen Inhaltsstoffen durch ein eingeschränktes chemisches Verfahren gewonnen (z.B. man kann kein Vitamin C von einer Orange mit pressen entziehen und daher nur mit einem chemischen Verfahren).
  • Naturidentische Inhaltsstoffe haben ihren Ursprung nicht in der Natur, sondern sind Stoffe die zwar in der Natur existieren aber im Labor reproduziert werden. Sie sind also synthetische Stoffe.

Das heisst wir können Natürlichkeit und Bio nicht gleichstellen? Was genau ist dann der Unterschied in der Kosmetik?

Nur die ersten zwei Stufen der „natürlichen“ Inhaltsstoffe können Bio zertifiziert werden, da sie eben ihren Ursprung in der Natur haben.
Es führt uns wieder zurück zu den Richtlinien des Zertifizierers. Grundsätzlich kann man sagen, dass ein natürliches Kosmetik Produkt, nicht zwingend auch Bio ist.
Bio ist ein Inhaltsstoff welches zu gewissen Standards bepflanzt und bearbeitet wurde. So wie wir das bei Nahrungsmittel kennen. Bei der Kosmetik ist es so, dass wenn auf einem Produkt Bio steht, nicht gleich das ganze Produkt, respektive alle Inhaltsstoffe Bio zertifiziert sind und schon gar nicht, dass alle Inhaltsstoffe natürlich sind.
Als Konsument beurteilt man Produkte mit Bio-Aufschrift schnell als gesund oder gut. Das ist aber nicht unbedingt der Fall. Folgende Szenarios sind möglich:

  • Ein Produkt könnte nur ein Bio-Inhaltsstoff enthalten: z.B. eine Handcreme mit Bio-Granatapfel und schon steht gross Bio drauf. Kleingedruckt wird man dann schon informiert, dass es sich nur um den Granatapfel handelt. Die anderen Substanzen können chemisch bis hin zu gesundheitsschädlich sein.
  • Gewisse Produzenten kreieren ihre eigene Bio Labels für ihre Produkte/Linie und haben somit ganz tiefe Richtlinien, wie 10 oder 20% Bio Inhaltsstoffe und können diese Regelung somit einfacher und kosteneffektiver einhalten.
  • Ebenso erhältlich, sind Marken die nur einen Teil ihres Sortiments mit Bio-Inhaltsstoffe herstellen und gleich die ganze Linie als Naturkosmetik oder Biokosmetik darstellen und vermarkten.
  • Was immerhin abgenommen hat ist das Angebot von Zertifizierer, bei denen Wasser als Bio angeben dürfen, was den Negativeffekt hat, dass mehr Wasser in die Produkte getan wird um somit einen höheren Bio-Anteil zu erreichen.

Natürlich gibt es auch Zertifizierer mit hohen Standards und somit eher unseren Vorstellungen von Bio entsprechen.

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D.h. im Angebot finden wir Bio Produkte von verschiedenen Zertifizierer mit anderen Richtlinien, firmen welche interne Biolabels kreieren, oder gewisse die nur Produkte im Sortimen zertifizieren dürfen? Gibt es denn, keine offizielle, internationale oder anerkannte Richtlinien?

Genau weil wir keine solchen internationalen, kontinentalen, regionalen bindende Standards haben, müssen die Konsumenten die Richtlinien der Zertifizierer kennen. Bei so vielen Zertifizierungen ist es praktisch unmöglich für den Konsumenten einen Überblick zu haben und sich für die höheren Standards zu entscheiden.
Es gibt zwar eine anerkannte, aber nicht bindende BIO Klassifizierung für Produkte:

  1. Produkte mit weniger als 70% Bio Inhaltsstoffen sind als „NICHT BIO“ klassifiziert.
  2. Produkte mit über 70% Bio Inhaltsstoffen können als „MIT BIO INHALTSSTOFFE“ klassifiziert werden.
  3. Produkte mit über 95% Bio Inhaltsstoffe können als „BIO“ klassifiziert werden.

 

Wie gehen Sie bei Sanctum mit der Bio-Labelproblematik um?

Sanctum hat bei der Gründung schon den ersten wichtigen Schritt gemacht in dem wir nur Inhaltsstoffe verwenden die ihren Ursprung in der Natur haben, d.h. wir verwenden keine naturidentischen Inhaltsstoffe. Ohne synthetische Stoffe können wir einen hohen Anteil an Inhaltsstoffen BIO zertifizierten. Als zweiten Schritt haben wir Bio Labels ausgesucht, die hohe, wenn nicht die höchsten Standards in der Industrie haben: O.F.C und USDA. Die Bedingungen dieser Zertifizierer schliessen viele problematische Themen von Anfang an aus, z.B.

  1. Es dürfen keine naturidentischen Stoffe verwendet werden, alle Inhaltsstoffe müssen ihren Ursprung in der Natur haben.
  2. Wasser und Mineralien dürfen nicht als BIO zertifiziert werden.
  3. Mindestens 70% aller Inhaltsstoffe müssen Bio zertifiziert sein.
  4. Es dürfen unter anderem folgende Inhaltsstoffe nicht verwendet werden: Parabene, Petrochemikalien, Sodium Lauryl Sulfate (SLS), Dioxine, etc.

Nun heisst Bio und natürlich nicht zwangsläufig, dass ein Produkt wie auch die Verpackung wirklich nachhaltig und ethisch vertretbar sind. Auf welche Zertifizierungen sollten Konsumenten zusätzlich achten?

In der heutigen Zeit gibt es so viele Kundensegmente oder Lifestyles auf welche die Hersteller Rücksicht nehmen wollen oder gar müssen um Ihre Produkte weiterhin erfolgreich anbieten zu wollen.

Ich denke Nachhaltigkeit ist ein wichtiges Thema und darum ist Bio auch im Fokus, denn biologische Produkt sind auch nachhaltig für die Umwelt. Wie sie sagen ist ein Bio zertifiziertes Produkt nicht zwangsläufig nachhaltig. Bei Nachhaltigkeit und Ethik sollten Zertifizierungen wie Fairtrade, Bezugsquellen, Recycling, Verpackungskonzept, Tierversuchsfrei und Vegan berücksichtigt werden.

body-treatments

Wie handhaben Sie dies bei Sanctum?

Sanctum verpflichtet sich dazu ethisch vertretbare Rohstoffe zu verwenden. Dies wird erreicht, indem wir Fairtrade Produkte bevorzugen. Alle unsere Bestimmungen und Zertifizierungen müssen auch für alle Produkte im Sortiment gelten und nicht nur für einen Teil, daher ist die ganze Linie tierversuchsfrei und vegan zertifiziert.
Um die Verantwortung nicht nur auf die Produkte zu begrenzen exportieren wir unsere Produkte auch nicht in Länder mit Tierversuchspflicht, z.B. China.

Alle Kartonverpackungen von Sanctum werden aus recyceltem Papier hergestellt und uns sind recycelbar. Alle Tuben und Kappen sind sogar biologisch abbaubar.

Uns ist es wichtig ein komplettes Konzept anzubieten, nebst der Natürlichkeit, Reinheit und Wirksamkeit unserer Produkte.

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www.sanctumswitzerland.ch

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