On Tour mit dem Foodscout für pflanzen-basierte Produkte

Was macht den Reiz pflanzen-basierter Produkte aus?

Der Reiz pflanzlicher Produkte besitzt für mich viele Facetten. Pflanzen sind die Grundlage allen Lebens auf diesem Planeten. Menschen, wie auch Tiere, sind von Pflanzen abhängig. Was war zuerst da? Pflanzen oder Tiere? Eindeutig die Pflanzen. Dadurch besitzen rein pflanzliche Produkte für mich einen eigenen Zauber. Ein möglichst naturbelassenes und rein pflanzliches Lebensmittel hat etwas sehr wahrhaftiges und ursprüngliches. Wir können uns von Pflanzen ernähren, sie geben uns warm, wir können unsere Häuser damit bauen und Pflanzen versorgen uns mit Energie. Wir kennen ca. 400’000 Pflanzenarten und man schätzt, dass weitere 100’000 noch unentdeckt sind. Für mich als Food-Scout besitzt genau dieser Umstand natürlich einen ganz besonderen Reiz. Denn Food-Innovationen in der Zukunft werden ganz klar auf Basis von Pflanzen geschehen.

Pflanzliche Produkte sind eine Mischung aus alten Traditionen, wie beispielsweise unser Kloster Kitchen IngwerTRINK, oder zukunftsträchtiger Innovationen wie CO YO, ein Joghurt auf Kokosmilch-Basis ohne künstlicher Zusatzstoffe. Abgesehen davon darf man die sozialen, ethischen und ökologischen Aspekte nie ausser Acht lassen. Pflanzliche Proteine direkt zu konsumieren macht viel mehr Sinn, als den Umweg über ein Tier zu nehmen.

Führt der Weg gleichzeitig auch zu kleineren Produzenten und hochwertigen Inhaltsstoffen?

Nach der Ära einer rücksichtslosen Industrialisierung von Nahrung zeichnet sich nun tatsächlich die Tendenz ab, dass Menschen kleine Produzenten und hochwertige Produkte wünschen. Zur Zeit herrscht auch ein kleiner Boom. Es entstehen viele neue Produzenten mit teils überraschenden und innovativen Produkten. Hier möchte ich Benjamin und Felix Böning aus Hamburg erwähnen. Mit ihrer Limonade namens «SEICHA» bedienen sie sich der alten japanischen Tradition des Matcha-Tees und entwickelten daraus ein modernes, trendiges Getränk.

Jedoch darf man bei diese Entwicklung nicht romantisieren. Die Lebensmittel-Branche ist komplex und es besteht ein immerwährender Verdrängungskampf, den man nur mit entsprechender Grösse und Menge bestehen kann. Dadurch, dass Lebensmittel in den letzten Dekaden immer günstiger wurden und der Konsument sich an die günstigen Preise gewöhnt hat oder gewöhnt wurde, müssen Produzenten zwischen einer Nischenexistenz und möglichst günstiger Produktion und Beschaffung entscheiden. Hoffen wir also, dass möglichst viele Menschen bereit sind kleine Produzenten zu unterstützen und die damit verbundenen realen Kosten eines Produkts zu zahlen.

Welches sind die spannendsten Geschichten, welche dich selbst überrascht haben?

Für mich persönlich ist es zur Zeit sehr spannend mitzuerleben, wie sich die pflanzlichen Alternativen zu Fleisch, Fisch und Geflügel entwickeln. Unternehmen wie Impossible Foods, Beyond Meat, Vbites Foods und viele mehr arbeiten unter Hochdruck daran den perfekten Ersatz für tierisches Fleisch zu finden. Da es aus meiner Sicht illusorisch ist, die Gesellschaft von heute auf morgen vom Fleisch zu entwöhnen, halte ich pflanzliche Alternativen aus ethischer und ökologischer Sicht für absolut sinnvoll. Seit mehr als zwei Jahren betreiben wir unter dem Namen «UNMEAT» eine veganes Burger-Angebot. Dieses Jahr werden wir zum dritten Mal am Greenfield Festival mit dabei sein. Die Gelegenheit für uns, direkt mit Menschen in Kontakt zu kommen, die mit rein pflanzlicher Ernährung eigentlich nichts am Hut haben. Hier erleben wir immer wieder schöne und spannende Geschichten. Sei das die Geschichte des Metzgerlehrlings, der nicht genug von unserem veganen Burger bekommt, oder des Starkochs, der eingestehen muss, dass vegane Produkte kulinarisch absolut Spass machen können.

Wohin führen dich deine nächsten Entdeckungsreisen?

Die nächsten Touren werden mich mit zuerst nach Mailand, dann nach Hamburg und bald auch wieder nach London führen. Norditalien durchlebt zur Zeit eine rasante Entwicklung in Sachen rein pflanzlicher Produkte. Mitunter ein Grund, dass wir im April in Zusammenarbeit mit der Italienischen Handelskammer für die Schweiz (CCIS) eine Veranstaltung mit ungefähr 20 Produzenten aus Italien organisieren. In Hamburg werden wir diverse Produzenten besuchen, die wir noch nicht kommunizieren möchten, mit Sicherheit jedoch werden wir auch ein Matcha-Limos mit den Böning Jungs trinken gehen. London ist sowieso das Mekka der Food-StartUps und immer wieder eine Reise wert.

Welche Produkte dürfen wir Konsumenten dank dir demnächst im Schweizer Detailhandel geniessen?

Seit kurzem kann man die SEICHA Matcha-Limonade in allen Manor Food Filialen kaufen, weitere Getränke werden folgen. In wenigen Wochen werden wir unser Sortiment um ungefähr 1’000 Produkte erweitern. Darunter wird es sehr viele Neuheiten geben. Aber auf jeden Fall sind wir sehr Stolz darauf, dass die CO YO Kokosmilchjoghurts bei Globus und Müller Reform immer wie beliebter werden, so auch die Kokosdrinks von Rebel Kitchen und neu auch das grossartige Kokoswasser in Bio- und Rohkostqualität ebenfalls von Rebel Kitchen. In wenigen Wochen werden wir auch in einem der grössten Möbelhäuser der Schweiz viele neue überraschende Produkt präsentieren dürfen. Wir dürfen die Überraschung an dieser Stelle jedoch nicht vorwegnehmen.

www.veeconomy.ch
www.newplantbasedbrands.com

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