Ruckediguh – Gift ist im Schuh – oder: Jeder zweite Kinderschuh enthält gesundheitsschädliche Stoffe

Auch gut informierte Schweizer fragen sich zunehmend: Was kann man noch essen? Welche Kleidung ist nicht belastet? Wie kann man seine Kinder vor zu hoher Toxinbelastung schützen? Zum Beispiel, indem man beim Schuhkauf auf giftfreie Materialien achtet.

Ruckediguh – Gift ist im Schuh

Als erste Massnahme ergibt sich die Möglichkeit, keine billigen Kinderschuhe beim Discounter zu kaufen. Vor allem der Verzicht auf Gummistiefel und bunte Plastiksandalen ist angeraten. Wie Greenpeace feststellte, sind mehr als die Hälfte solcher Produkte erheblich mit Giftstoffen belastet. Durch Abrieb beim Barfussgehen in Gummilatschen nimmt der Kinderkörper einen Teil der Toxine auf. Die ansprechende Optik von billigen Schuhen bei Anbietern wie Aldi, Lidl, Rewe, Penny, Tchibo oder Dosenbach täuscht über die Gesundheitsgefahren hinweg. Enthalten sind chemische Schadstoffe, deren Grenzwerte regelmässig überschritten werden. Man findet aber auch Toxine, für die es noch keine Grenzwerte gibt. Zudem sind Grenzwerte problematisch, da sie häufig aus nicht nachvollziehbaren Gründen abgesenkt werden. In Gummistiefeln von Discountern und Kaffeeröster-Shops finden sich vor allem als krebserregend geltende „polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe“ (PAK). Auch die toxischen oder krebserregenden Substanzen Dimethylformamid, 2-Phenyl-2-propanol (2PP), Formaldehyd oder Acetophenon wurden gefunden. Oft machen sich solche Inhaltsstoffe durch einen stechenden Geruch bemerkbar. Doch viele Toxine sind geruchlos. Nachzulesen sind die Ergebnisse des Greenpeace-Tests hier.

Vergiftete Schuhe und ihre Folgen

Die relevante Frage für alle Eltern ist, wie viele toxische Substanzen sich beim Tragen von belasteten Schuhen lösen können. Da man den täglichen Chemikalientransfer nicht einschätzen kann und bisher keine wissenschaftlichen Langzeitstudien zum Thema vorliegen, sollten Eltern auf chemisch riechende Textilien aus ausländischer Produktion grundsätzlich verzichten. Billige Waren kosten oft einen hohen Preis auf anderer Ebene. Umdenken ist zum Gesunderhalt unserer Umwelt und unseres Nachwuchses notwendig. Statt auf billige Gummilatschen sollten Sie auf Produkte aus Naturkautschuk zurückgreifen. Sie sollten bei Kinderschuhen auf Gütesiegel achten. Bereits vorhandene Kinderschuhe sind schon ausgegast. Statt sie zu entsorgen, könnte das nachfolgende Kind sie auftragen. Krebserregende oder sensibilisierende Substanzen, die Allergien auslösen, gehören nicht in Kinderhand. Dass die Hersteller solcher Schuhe sich herausreden, ist bekannt. Fakt ist: Viele Produktionsstätten von billigen Kinderschuhen liegen im Ausland. Hier sind die Kontrollen lascher. Der Chemikalieneinsatz unterliegt keinen strengen Grenzwerten oder Gesetzesvorschriften.

Kinderschuhe-001

Sind Lederschuhe für Kinder geeigneter?

Lederschuhe können mit toxischem Chromat belastet sein. Da es chromatfreie Gerbverfahren gibt, sollten Sie auf gesündere Gerbverfahren achten. Chromat, das immer wieder in Kinder- und Babyschuhen gefunden wird, ist gesundheitsschädlich. Der überhöhte Chromatgehalt in ledernen Kinderschuhen weist auf eine mangelhafte Verarbeitung hin. In Billigproduktionsländern wie Bangladesch oder China wird häufig mit veralteten Technologien gearbeitet. Die hiesigen Auftraggeber können nicht genau überprüfen, wie veraltet die Produktionsmethoden sind und wie nachlässig mit Chemikalien umgegangen wird. Letzten Endes schaden sie sich damit selbst. Denn die Ursachen des ganzen Dilemmas liegen in den hohe Gewinnmargen, die Hersteller erzielen möchten, und in den billigen Verkaufspreisen, die Kunden erwarten. Ein Umdenken muss daher auf beiden Ebenen stattfinden. Letztlich nehmen auch viele Eltern gesundheitsschädliche Kleidung und Schuhe mit hohem Toxingehalt in Kauf, um modisch gekleidet zu sein. Ob die Bekleidungsbranche oder einzelne Hersteller sich den geforderten Verpflichtungen zur Schadstofffreiheit unterwerfen, bleibt abzuwarten. Der Konsument hat die Macht, toxinbelasteten Produkten über eine gezielte Kaufverweigerung die Rote Karte zu zeigen. Diese Macht wird viel zu wenig genutzt.

Was kann man tun?

Investieren Sie grundsätzlich in ein hochwertiges Markenprodukt statt in zwei oder drei minderwertige Schuhe. Kinderfüsse wachsen bekanntlich schnell. Schuhe von Babys und Kleinkindern werden also nur eine gewisse Zeit getragen. Sie sind oft noch neuwertig. Das könnte Gebraucht-Verkäufe oder ein Weitergeben der Schuhe attraktiv machen. Grössere Kinder tragen ihre Schuhe oft, bis sie abgetragen oder kaputt sind. Hier gilt: Hochwertige Lederschuhe halten länger als Synthetikschuhe oder Gummilatschen. Sie bieten dem Fuss mehr Halt und sorgen ausserdem für ein gesünderes Fussklima. Als leichtere Alternative sind Textil-Sneaker denkbar. Auch diese sollten aber nicht aus China oder asiatischen Produktionsländern stammen. Zu überlegen ist auch, gezielt in vegane Schuhe guter Marken zu investieren. Leder stammt vom Tier. Bei veganen Schuhen wird es durch Kunstleder oder Kork ersetzt. Dadurch entfallen schon einmal die klassischen Gerbverfahren mit toxischen Chromsalzen, die in ihrer oxidierten Form zum Krankheitsauslöser werden. Textile Gewebe wie Mikrofaser, Canvas, Nylon oder Mesh sind bei Schuhen Garanten für eine bessere Ökobilanz. Abgesehen davon werden die Menschen und Gewässer in den Billiglohnländern nicht vergiftet. Die Einleitung giftiger Gerbschlämme, die Tierhaare, Schwermetalle sowie Chromsalze enthalten, wird vermieden.

Selbst die kleinen Papiersäckchen, die Ihre neuen Schuhe aus dem Schuhversand vor Schimmel bewahren sollen, sind mit dem Biozid Dimethylfumarat verseucht. Es wird als Konservierungsmittel eingesetzt. Die Verbraucher sollten wissen, dass alle Stichproben, die innerhalb der EU bei Schuhen oder Kleidung genommen werden, nur zu einem Bruchteil abbilden, was an toxisch belasteten Waren tatsächlich auf den Markt gelangt. Prüfungen von Umweltschützern oder Verbrauchermagazinen beweisen immer wieder, dass trotz aller Regularien und EU-Vorschriften gesundheitsschädigende Substanzen in grosser Menge über neue Kleidungsstücke in unseren Organismus gelangen können.

0
Schreiben einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.