So trainiert ihr euch an, produktiver zu werden

Täglich überfluten uns unzählige Eindrücke. Seit Jahren spricht man daher von einem „Information Overload“, von Reizüberflutung und Netzwerkrauschen, sowie damit verbunden psychologischen Problemen wie ADHS oder allgemeinen Konzentrationsstörungen.

Der Neurowissenschaftler Daniel Levitin ist dem in seinem aktuellen Buch „The Organized Mind: Thinking Straight in the Age of Information Overload“ nachgegangen. Levitin stellt dabei die These auf, das wir gar nicht anders können, als uns der Reizüberflutung hinzugeben, da unser Gehirn noch viel zu urzeitlich arbeitet. Denn die Evolution ist ein langsamer Prozess…

Für unser Gehirn geht alles noch seinen Gang wie vor etlichen Jahrtausenden. Am liebsten würde es eine Aufgabe nach der anderen abarbeiten. Allerdings ist das Gehirn auch noch immer so wachsam, wie es vor Äonen in den Höhlen sein musste, um uns vor gefährlichen Eindringlingen zu warnen. Daher schnappt es alles auf, ob wir wollen oder nicht.

Es gibt aber Abhilfe. Als Neurowissenschaftler ist sich Daniel Levitin sicher, dass das Gehirn von uns trainiert werden kann. Mit ein paar relativ einfachen Tricks bringt man es dazu, viel fokussierter zu sein. Kreative Köpfe und wirklich erfolgreiche Personen haben es gelernt, besonders effektiv zu sein und durch die perfekte Organisation ihres Lebens jederzeit Herr der Lage zu sein – und das ist gar nicht so schwer, wie man meint.

So trainiert ihr euch an, produktiver zu werden

Vorbereiten, nachbereiten

Was wäre ich manchmal ohne meine elektronische Denkhilfe (iPhone). Durch meinen Job habe ich tausende Kontakte. Nicht alle kennt man gleichermassen gut, doch wenn es darauf ankommt, muss man zu jedem seiner Geschäftspartner, Freunde und Verwandte die richtigen Informationen greifbar haben. Laut Levitin sind soziale Netzwerke und Apps sicherlich ein Segen. Denn dadurch, dass ich meine Kontakte abspeichern und jederzeit wieder anschauen kann, entlaste ich mein Gehirn. Wer sich ab und zu durch seine Netzwerke klickt und sich Personen gezielt ins Gedächtnis ruft, schafft ohne Mühe, alle relevanten Daten in den richtigen Momenten auch ohne das Netzwerk griffbereit zu haben.

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Das Ganze läuft auch ebenso gut für allgemeine Notizen zu Geschehnissen. Warum macht ihr euch eigentlich keine kurzen Protokolle, um für wichtige Begebenheiten und Erfahrungen immer auf ein eigenes Archiv zurückgreifen zu können? Wer das macht, schreibt sich den Kopf frei und verankert gleichzeitig die Details.

Entscheidungsfreudig? Heute besser nicht

Manchmal darf es etwas eintöniger sein: Wer sich nicht täglich schon bei den kleinsten Dingen zwischen verschiedenen Optionen entscheiden muss, erleichtert seine Gedanken erheblich. Erinnert ihr euch an den schrägen Apple-CEO Steve Jobs? Der trug über Jahre immer die gleiche Kombi an Jeans, Sneakers und Rollkragen. Was seine Kleidung betraf musste er sich nicht täglich neu entscheiden sondern griff immer zum gleichen Outfit. Soweit muss man selbst im Alltag nicht gehen. Aber was spricht dagegen, sich einige Rituale einzugestehen, die immer und ewig so bleiben können? Laut Levitin hilft es dem Gehirn, seine Power für andere, wichtige Probleme aufzusparen, anstelle sich darüber den Kopf zu zermartert, was man anzieht, was man isst, oder wie man seine Mittagspause verbringt.

Schlaf

Und last but not least: Schlaf. Er ist die Geheimwaffe wenn es darum geht, produktiver zu werden. Schon ein kurzes Nickerchen klärt den Kopf wie keine andere Meditationsübung. Anschliessend ist es so viel einfacher, konzentriert an eine Aufgabe zu gehen, die unsere gesamte Aufmerksamkeit erfordert. Es muss aber nicht immer der Mittagsschlaf sein – wer Nachts wirklich ausspannen kann und genügend REM-Schlaf erhält, ist am folgenden Tag ausgeglichener und ruhiger – und definitiv produktiver.

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