Die Atmung wahrnehmen

Eine Möglichkeit diesen ”Jetztzustand” zu erreichen, bringt uns zurück auf ein weit unterschätztes Hilfsmittel, den ”spiritus”, den Atem.
Das Thema Atmung wird zwar nicht gemieden, viel Bedeutung bekommt es jedoch nicht. Die Atmung ist immer hier, geht so oft passiv ein und aus, wir scheinen nichts damit zu tun zu haben. Übernimmt man, wenn auch nur für kurze Zeit, die Kontrolle der Atmung, lernt man ein grosses einflussreiches Werkzeug kennen, das Berge versetzten kann oder zumindest unsere Ansichtsweisen auf diese.

Die Yoga Praxis vermittelt unter anderem Techniken um Blockaden und Probleme selbst zu lösen.
Dabei ist es wichtig zu verstehen, dass nicht ein Mangel an Liebe, Wertschätzung, Erfolg etc. zu diesen Probleme und Blockaden führt, sondern unsere Sichtweise auf diese.

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Dabei ist das Erkennen unserer Sichtweise auf diese scheinbaren Mängel die Grundvoraussetzung für den Auflösungsprozess.
Der kontemporäre Meister der Yoga-Therapie (T.K.V. Desikachar) beschreibt, dass 90% der heilsamen Wirkung des Yoga aus «Abfallentsorgung» besteht. Deshalb liegt ein grosser Fokus der Atempraxis auf der Ausatmung. Das Unerwünschte loswerden, damit Raum für das Benötigte, Gewollte entsteht.

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Setzten wir uns also näher mit der Ein- und Ausatmung auseinander, so stellen wir fest, dass sich das Volumen der Lungen bei der Einatmung vergrößert und bei der Ausatmung wieder verkleinert. Diese Volumenveränderung geht nicht spurlos an unserem Körper vorbei. Während wir einatmen, üben wir Druck auf die unter den Lungen liegenden Organe aus: Magen, Leber, Gallenblase, Milz, Bauchspeicheldrüse, Dünndarm, Dickdarm, Nieren und Harnblase. Bei der Ausatmung erhalten sie mehr Raum.
Während die Lungen ihr Volumen bei der Ein- und Ausatmung verändern, bleiben die darunter liegenden Organe unverändert im Volumen, nicht aber in ihrer Form. Man kann auch sagen, dass wir durch unsere Atmung die darunter liegenden Organe massieren. Die Spannung die wir durch die Einatmung kreieren, kann uns aufrichten, während die Ausatmung mehr Rundung und somit Entspannung in unsere Wirbelsäule bringt.
Dies soll nur ein kleines Abschweifen in die Anatomie gewesen sein, um zu versinnbildlichen, dass Atmung auf viele Weisen Bewegung bedeutet.

Setzten wir uns also hin um der Atempraxis nachzugehen, bedeutet dies keines Wegs bloßer Stillstand. Ganz im Gegenteil, wir bringen den Fokus auf die Formveränderung die mit der Atmung kommt — die Bewegung.

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