So verkraften Sie Rückschläge im Alltag

Poker hat nicht halb so viel mit seinem (schlechten) Image gemein, wie viele Filme es uns einreden möchten. Ein professioneller Pokerspieler ist in der Regel nicht in den Casinos zu Hause, nein, er sitzt stattdessen meist vor dem Computer, hat seine 10 oder 20 Online-Tische offen und setzt Geld, wie der Investor seine Aktien kauft – aber mit weniger Risiko und genau kalkulierten, begrenzten Einsätzen.

Poker trainiert unsere analytischen und mathematischen Fähigkeiten, es fördert lösungsorientiertes Denken, lehrt uns Geduld und Selbstdisziplin und erfordert ein langfristiges Investitionsdenken. Aber es ist weit mehr als nur das. Durch das Beobachten unserer Gegner lernen wir, kleinste Gesichtsregungen zu erkennen und diese richtig zu interpretieren. So werden wir auf lange Sicht die besseren Menschenkenner und können auch im privaten Umfeld einen Bluffer oder Manipulator schneller erkennen.

Wir lernen aber auch viel über uns selbst. Als Pokerspieler sitzt man meist mit fünf bis zehn anderen Spielern an einem Tisch. Das bedeutet, dass ich in maximal 20% von den Fällen – meist aber weitaus seltener – mitspiele und schon gar nicht gewinne. Poker ist also ein Spiel des ewigen Verlustes. Ich verliere, investiere, verliere wieder und warte, wie ein Adler mit Argusaugen auf die richtige Situation, in der ich mit guten Karten das Spiel für mich gewinnen kann.

Nirgends sonst zeigen Menschen so stark und ehrlich ihre Persönlichkeit, wie am Pokertisch. Denn es ist ja scheinbar „nur ein Spiel“, man fällt in seine oft unbewussten Rollen zurück, ist geduldig oder ungeduldig, möchte verstehen oder dominieren, beobachtet oder agiert und gibt dadurch viel von sich selber preis.

Ein guter Pokerspieler verbringt mindestens halb so viel Zeit mit der Analyse des eigenen Spiels, wie mit dem Spiel selber. Im Berufsalltag kennen wir die SWOT-Analyse, ich werde mir meinen Stärken und Schwächen bewusst, schätze Chancen oder Gefahren für die Zukunft ein und verändere meine Strategie.

Und weshalb nutzen wir diese Erkenntnis nur so selten für uns selbst? Sich selber reflektieren, innehalten, sein Ego zurückschrauben und mal ganz ehrlich zu sich sein. Das würde vielen von uns mal gut tun.

Verlieren tut immer ein bisschen weh, aber wenn Sie erkennen, dass es nur ein temporärer Zustand ist, mit dem man mit Demut und Ehrlichkeit am besten umgeht, werden auch Sie – wie jeder gute Pokerspieler – sich auf die nächste Herausforderung freuen, mit dem Wissen, dass Sie gelernt haben, auch mal einzustecken.

Man kann nicht immer gewinnen, aber man kann positiv mit Verlusten umgehen. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und Klarheit dabei.

Claudia Chinello ist 38 Jahre alt, Poker-Coach und Betriebsökonomin, die sich in keine Schublade stecken lässt. Sie geht alle Aufgaben, die sie sich selbst und das Leben ihr stellt spielerisch an und versucht, aus allen Situationen das Beste heraus zu holen, wenn möglich für alle Beteiligten.
Sie ist eine leidenschaftliche Spielerin und hat nach dem Studium zwei Jahre als Croupier im Casino gearbeitet, weil sie herausfinden wollte, ob „spielerisch Geld verdienen“ wirklich möglich ist. Im Moment befasst sie sich mit Ihrer Firma „PokerAcademy“ mit dem Thema Spielen, Motivation und der Thematik der spielerischen Zielerreichung.
Sie motiviert zusammen mit Ihrem Team aus Coaches, Managern und Executives, die gleichzeitig hervorragende Pokerspieler sind, Firmenteams dazu, ihre Einstellung und ihren Arbeitsalltag spielerisch zu hinterfragen und mit mehr Elan und Energie durch den Alltag zu gehen.

 

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PokerAcademy, Claudia Chinello
Ettenbergstrasse 5
8907 Wettswil am Albis044 710 30 10
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