Ausgewogene Mischkost

Neue Studie in Österreich: Vegetarier fühlen sich nicht zwangsläufig besser

Dass sich eine ausgewogene Ernährung und Gesundheit gegenseitig bedingen, ist den meisten von uns bekannt. Erstmals wurde jetzt auch in Österreich der Zusammenhang von gesunder Ernährung und Gesundheit wissenschaftlich untersucht. Die repräsentative IFES Studie nahm dabei vegetarische, vegane und Mischkost unter die Lupe.

Diskrepanz zwischen Trend und Gesundheit

Der Trend zu vegetarischen Ernährung hält auch in Österreich an und hat fleischlosen Lebensmitteln und Lebensmittelprodukten einen konstant wachsenden Markt beschert. Nach der IFES Studie ernähren sich 10 % der ÖsterreicherInnen vegetarisch. Das Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie der Medizinischen Universität Graz wollte nun genau wissen, inwieweit sich vegetarische und vegane Ernährungsweise auf unsere Lebensqualität auswirken. Man stellte nicht nur die Frage danach, ob vegetarische Kost gesund ist, sondern auch, ob sie schmeckt und dem Betreffenden ein angenehmes Lebensgefühl beschert. Das Resultat war überraschend: im Vergleich zu den „Mischkostlern“ stellten die Wissenschaftler bei Veganern und Vegetariern ein schlechteres Gesundheitsempfinden und eine niedrigere Bereitschaft zur gesundheitlichen Vorsorge fest. Obwohl sie vermeintlich gesünder leben, scheinen sie sich nicht so gut zu fühlen, wie die meisten anderen.

Österreichische Vegetarier gehen häufiger zum Arzt

Bisher gab es in Österreich keine relevanten Daten, welche die Folgen unterschiedlicher Ernährungsweisen beleuchteten. Die österreichische Studie konnte erstmals den Zusammenhang von Ernährung und Lebensqualität beweisen. Je nach Bildungsstand ernähren sich heute etwa 17 % der unter 40-jährigen Österreicher und Österreicherinnen vegan oder vegetarisch. Auf die Gesamtsumme der österreichischen Haushalte übertragen heißt das, dass sich in jedem Haushalt mindestens eine Person befindet, die reine Pflanzenkost bevorzugt. Doch die Studie wollte hauptsächlich herausfinden, wie sich die Ernährung auf das Lebensgefühl auswirkt. Dazu stellten die Mediziner detaillierte Fragen. Die Vegetarier und Veganer der Studie gaben an, sich weniger gesund zu fühlen und häufiger den Arzt zu konsultieren als die Vergleichsgruppe der „Mischkostler“. Damit konnten die Grazer Mediziner belegen, dass Vegetarier bzw. Veganer eine niedrigere Lebensqualität hatten als Personen, die sich mit Mischkost ernährten. Häufige Arztbesuche, die auch aufgrund von leichtem Unwohlsein herrühren, wirken sich auf die Lebensqualität aus. Weil man viel mehr Zeit beim Arzt verbringt und sich auch gedanklich häufiger mit Krankheiten und ihren Folgen beschäftigt, fühlt man sich weniger frei und unbeschwert.

Vegetarische Ernährung – nicht zwangsläufig mehr Lebensqualität

Das wiederum lässt den Schluss zu, dass eine fleischlose Lebensweise nicht automatisch zu einem besseren Lebensgefühl führt. Die Studie konnte zwar einen Zusammenhang zwischen Gesundheitsempfinden und Ernährungsverhalten feststellen, doch inwieweit sich beides bedingt, geht aus ihr nicht hervor. Untersuchungen hinsichtlich der vorbeugenden Wirkung von gesunder Ernährung vor Krankheiten zeigen seit Jahren widersprüchliche Ergebnisse. Es ist speziell in Österreich notwendig, weiter an dieser Thematik zu forschen.

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Ausgewogene Mischkost schmeckt, hält gesund und macht Spaß

Unterm Strich kamen auch die österreichischen Mediziner zu dem Schluss, dass einer gesunden Mischkost sowohl bei der Prävention von Krankheiten als auch hinsichtlich der Lebensqualität Vorrang einzuräumen ist. Menschen, die sich mediterran ernährten und überwiegend Gemüse, Salat, Obst sowie geringe Mengen Fleisch konsumierten, hatten nicht nur ein besseres Gesundheitsempfinden, sondern auch ein besseres Gesundheitsverhalten. Da sie seltener an chronischen Krankheiten litten, war auch ihre Lebensqualität höher.

Von allem etwas, von nichts zu viel und am besten frisch, regional und saisonal

Was unsere Großeltern wussten, hat auch heute noch Bestand. Von allem etwas, aber nicht über die Stränge schlagen, war ihre Devise. Hin und wieder verzichten, schadet sicher auch nicht. Das Max Rubner-Institut in Deutschland kommt 2016 ebenfalls zu dem Resultat, dass es Sinn macht, bei der Ernährung keine Lebensmittelgruppe auszuschließen. Am gesündesten und leckersten ist eine ausgewogene Ernährung, zusammengestellt aus Obst und Gemüse, Fleisch und Fisch, Milch und Milchprodukten, gesunden Ölen und Fetten sowie Getreide und Kartoffeln. Diese Lebensmittelgruppen werden die „Big Five“ genannt und sorgen sowohl für Bekömmlichkeit als auch für ein gutes Lebensgefühl. Bei allem ist jedoch am besten auf eine hohe Qualität und Frische zu achten.

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