Ayurveda vs. Ernährung nach den 5 Elementen – Teil 1

Wir haben Christine Dam (dipl. TCM-Therapeutin SBO-TCM für Akupunktur, Kräutertherapie und Ernährung nach den 5 Elementen bei www.tcm-dam.ch) und Liane Fumagalli (Ayurvedapraktikerin und Lifestylecoach, www.ayurvedagesundheit.ch) dieselben Fragen gestellt und überraschende Antworten erhalten. Heute im ersten Teil, TCM mit Chrristine Dam

Gibt es bei deinem Ansatz generelle Regeln, die für alle gelten, oder arbeitet euer Ansatz ganz individuell?

Neben den individuellen Empfehlungen gibt es generelle Regeln. Im Vordergrund steht bei der Ernährung nach den Fünf Elementen die Bekömmlichkeit: wie gut wird eine Speise in Energie und Blut umgewandelt? Das heisst: der Fokus liegt auf der Verträglichkeit von Nahrungsmitteln (und weniger auf den Inhaltsstoffen, im Sinne von „Wieviel Vitamine und Mineralstoffe hat das Nahrungsmittel?). Dementsprechend empfehlen wir jedem Ernährungstyp lieber gekochte Speisen als Rohkost und rohe unreife Früchte (da viel Verdauungskraft verbraucht wird), drei regelmässige Mahlzeiten, unverarbeitete, frische Lebensmittel – Lieber meiden: Tiefkühlkost, Mikrowelle, weisser Zucker und Fertigprodukte.

Wie beschreibt dein Ansatz die Menschen und ergründet, welche Lebensmittel für sie bekömmlich sind?

Die Ernährung nach den Fünf Elementen beruht auf den Grundsätzen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), die den Menschen ganzheitlich betrachtet. Um die passenden Lebensmittel für einen Patienten zu finden, macht man mit ihm einen Befund mittels Befragung, Puls-und Zungendiagnose. Damit erkennt man mögliche Ungleichgewichte im Organismus, wie zum Beispiel zu viel Hitze (Schwitzen, roter Kopf, Durst, schneller Puls, rote Hautausschläge etc.) oder zu viel Kälte (Frieren, kalte Füsse, blasses Gesicht, Energielosigkeit, langsamer Puls etc.). Dementsprechend stellt dann die Ernährungsberaterin eine Nahrungsmittelliste mit kühlenden oder wärmenden Nahrungsmitteln zusammen.

Wie teilt dein Ansatz die Lebensmittel ein?

Die Lebensmittel werden nach ihrer thermischen Wirkung und ihren Geschmacksrichtungen eingeteilt. Wir unterscheiden zwischen heissen, warmen, neutralen, kühlenden und kalten Nahrungsmitteln. „Heiss“ ist zum Beispiel Lammfleisch, während Tomaten eine kalte Eigenschaft haben. Warm sind die meisten Gewürze und Kräuter und Kaffee, Neutral sind viele Getreide. Blattsalate und Joghurt sind kühlend. Bei den Geschmacksrichtungen teilt man die Nahrungsmittel nach sauer, bitter, süss, scharf und salzig ein. Diese haben eine energetische Wirkung auf den Körper. Der saure Geschmack wie in einer Zitrone zieht zusammen und bewahrt so die Körpersäfte. Der bittere Geschmack von Kaffee leitet die Energie nach unten und fördert so die Verdauung, allerdings trocknet er auch die Körpersäfte aus. „Süsses“ (und damit ist nicht nur Schokolade gemeint, sondern auch Ruebli, Kürbis, Avocado) gibt Energie, harmonisiert und entspannt, andererseits kann ein Zuviel vom süssen Geschmack Feuchtigkeit im Körper produzieren: Nasenlaufen, Schweregefühl, Wassereinlagerungen, Neigung zu Übergewicht. Der scharfe Geschmack bewegt die Energie nach oben und aussen und löst Stagnation im Körper. Das ist hilfreich bei einer Erkältung, wo in der Anfangsphase die Kälte in den Poren blockiert ist und ein Tee aus frischem Ingwer diese Kälteblockade auflöst. Gewürze wie Pfeffer, Zwiebeln, Senf und Meerrettich bewegen die Verdauungsenergie. Wenig salziger Geschmack (z.B. Algen) weicht Verhärtungen auf, zuviel Salz wiederum verhärtet die körperlichen Strukturen.

Soll zum Essen getrunken werden oder davor und danach?

Idealerweise trinkt man vor oder nach dem Essen, am besten warme Getränke, um die Verdauungssäfte nicht zu verdünnen. Auf jeden Fall sind kalte Getränke zum Essen nicht empfehlenswert, weil sie auch durch ihre kalte Temperatur die Verdauungsenergie blockieren – dann lieber etwas warmen Tee oder ein Glas Rotwein.

Für wen eignet sich dein Ansatz?

Für jeden Mann und jede Frau, für Alt und Jung, die sich mit einer optimalen und individuellen Ernährung fit, gesund und wohl fühlen wollen.

Über Christine Dam: www.tcm-dam.ch

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