Ayurveda vs. Ernährung nach den 5 Elementen – Teil 2

Wir haben Christine Dam (dipl. TCM-Therapeutin SBO-TCM für Akupunktur, Kräutertherapie und Ernährung nach den 5 Elementen bei www.tcm-dam.ch) und Liane Fumagalli (Ayurvedapraktikerin und Lifestylecoach) dieselben Fragen gestellt und überraschende Antworten erhalten. Heute im zweiten Teil, Ayurveda mit Liane Fumagalli.

Wie ernähre ich mich richtig?

Ayurveda teilt die Menschen in Stoffwechseltypen ein. Es herrscht eine Grundenergie bei jedem Menschen, die bezieht sich auf die physische und die psychische Ebene. Jeder hat ein bestimmtes Dosha (Bioenergie), welches vorherrscht. Dies wird an Hand von Körperbau, Psyche und Lebensweise ermittelt. Auch Puls – und Zungendiagnose kann mit einbezogen werden und Aufschluss geben. Aus diesen Informationen wird das Dosha ermittelt und das wiederum gibt Aufschluss über die zugedachte Ernährungsweise, die a) präventiv wirkt
b) Gesundheit erhält oder wieder herstellt c) Balance und Harmonie in das gesamte System Mensch bringt.

Auf welche Grundsätze sollte ich achten?

Auf die Tages- und Jahreszeiten achten. Eine tägliche Routine einhalten. Ruhepausen gönnen. Im Einklang mit den Elementen, der Natur leben. Achtsam leben und sich und anderen keinen Schaden zufügen.

Grundsätzlich noch ein paar einfach umzusetzende Regeln:

  • Lauwarmes Wasser über den Tag verteilt trinken, die Verdauung dankt es dir.
  • Nur qualitativ hochwertige Nahrungsmittel essen.
  • Regelmässig essen, aber nur, wenn du Hunger hast und die vorherige Speise verdaut ist und nur so viel wie in deine beiden Handflächen passt.
  • Vermeide alte und verdorbene Speisen.
  • Nimm kein „Leid“ mit der Nahrung auf (Thema Massentierhaltung)
  • Wenn du isst, dann isst du 🙂
  • Schaffe eine angenehme Atmosphäre und bereite deine Speisen mit Liebe zu.

Morgenroutine

  • Täglich warmes Ingwerwasser trinken
  • Zunge schaben, Nasenreinigung mit dem Nasenkännchen
  • Mundöl, ca. 5 Min. im Mund schwenken (Sesamöl / Kokosöl)
  • Selbstmassage unter der Dusche
  • 5-10 Minuten in die Stille gehen, 2-3 Yogaübungen am Morgen

Tagesroutine

  • Regelmässige tägliche Darmentleerung
  • Sport und Bewegung tun gut
  • Frische Luft und Sonne geniessen
  • Pausen einlegen
  • Morgens nur ein leichtes Frühstück
  • Mittagessen = Hauptmahlzeit: Stärkste Verdauungskraft zwischen 10-14 Uhr
  • Abends warm und leicht essen am besten vor 19 Uhr
  • Um 22 Uhr zu Bett gehen

Welcher Ansatz ist für mich der richtige? Sich im Dschungel der Ernährungsmythen zurechtzufinden, ist eine schwierige Aufgabe, scheinen doch die meisten Ansätze gar gegenteilige Aussagen zu machen. Doch ist dem wirklich so?

Im Ayurveda wird der Mensch ganzheitlich anschaut und das ist für mich ausschlaggebend. Für mich sind alle Aussagen stimmig und nachvollziehbar. Es geht nicht nur Ernährung sondern um viel mehr und das rundet es für mich ab. Ayurveda ist nicht dogmatisch, nicht mal zwingend vegetarisch. Es ist für alle Menschen leicht umsetzbar und letztendlich gilt … höre auf dein Herz, dass weiss, was dir gut tut.

Gibt es bei deinem Ansatz generelle Regeln, die für alle gelten, oder arbeitet euer Ansatz ganz individuell?

Beides, es gibt einzige grundsätzliche Regeln, die für alle Stoffwechseltypen gelten. Dennoch ist jeder Mensch einzigartig und wird auch so angeschaut und entsprechend behandelt respektive beraten.

Wie beschreibt dein Ansatz die Menschen und ergründet, welche Lebensmittel für sie bekömmlich sind?

Es gibt 3 Grundtypen:

Vata:
Element Luft / Äther = Bewegungsprinzip
Eigenschaften: leicht, kühl, beweglich, trocken, rau, klar und fein.
Körperbau: leicht, zierlich, zarte Gelenke, schwache Behaarung, trockene Haut
Vata steuert Nervensystem, Kreislauf, Atmung, Ausscheidungsprozesse und Aktivität des Geistes.
Sitz des Dickdarms, Masdarms, Anus, Nieren, Harnwegen, Knochen, Becken und Hüften, Beinen und Füssen.
Persönlichkeit: Kreative, leicht flatterhaft, viel Fantasie und Ideenreichtum
Empfohlene Ernährungs-Geschmacksrichtung: süss, sauer, salzig

Pitta:
Element Feuer, etwas Wasser = Stoffwechselprinzip
Eigenschaften: leicht, heiss, etwas ölig, scharf, flüssig, beweglich und sauer.
Körperbau: athletisch, gute Ausstrahlung, ist mittelgross und schlank. Eher lichtes, blondes oder rötliches Haar, hohe Stirn und ergraut schnell.
Pitta ist verantwortlich für Verdauung und Stoffwechsel, Magen, Dünndarm, Blut, Leber, Milz und hormonbildende Drüsen wie Bauchspeicheldrüse, Schilddrüse und Nebenniere.
Repräsentiert Stoffwechsel und Energieumsatz, reguliert die Verdauung, den Wärme- und Säure-Basen-Haushalt sowie den Zellstoffwechsel. Intellekt und emotionale Ausdrucksfähigkeit unterstehen der Funktion von Pitta.
Persönlichkeit: Intelligent, gute Ausstrahlung, Fröhlichkeit, Durchsetzungskraft, Entscheidungsfreude, Ehrgeiz und Führungswillen. Scharfer Verstand und analytisch.
Empfohlene Ernährungs-Geschmacksrichtung: süss, bitter, herb

Kapha:
Element Erde und Wasser = Strukturprinzip
Eigenschaften: schwer, kalt, ölig, zähflüssig, fest, weich, süss.
Körperbau: robust, schwerer Körperau, ausgeprägtes Muskel- und Fettgewebe. Ruhe und Gelassenheit machen Ihnen eher langsam, grosse freundliche Augen, kräftiger Haarwuchs und fettige Haut.
Kapha gibt dem Körper Struktur und Form.
Persönlichkeit: Vitalität, Geduld, Empathie, Durchhaltevermögen, Weitsicht, Grosszügigkeit und Genussfähigkeit aus
Kapha ist das Strukturprinzip, drückt Bindung, Zusammenhalt und Festigkeit aus. Steht für den Flüssigkeitshaushalt und ist für die natürlichen Abwehrkräfte verantwortlich. Sitzt im Kopf, Brust, Nacken, Gelenken und im oben Teil des Magens.

Empfohlene Ernährungs-Geschmacksrichtung: scharf, bitter, herb

Wie teilt dein Ansatz die Lebensmittel ein?

1) Qualitative Energie und Nahrung:
a. Sattvische Nahrung
(Frisch, leicht, natürlich, bekömmlich, reich an Vitalstoffen und mit Liebe und Freude zubereitet).
a.i. Beispiel: Frisches Obst, frisches Gemüse, Honig, Mandeln, Getreide, Reis, Rosinen

b. Rajasische Nahrung
(Erhitzen Körper und Geist. Im Übermass oder falsch dosiert, machen sie den Menschen rechthaberisch, aggressiv und ungeduldig).
b.i. Beispeil: scharfe Gewürze, Rettich, Zwiebeln, Knoblauch, Chilis, Kaffee, Schwarztee, Alkohol

c. Tamasische Nahrung:
(Machen Geist und Körper dumpf, müde, träge und faul. Sie sind schwer verdaulich)
c.i. Beispiel: Fleisch, Pilze, Hartkäse, H-Milch, Dosenprodukte, Industriezucker, Instantprodukte, Konservierte Produkte

2) 6 Geschmacksrichtungen:
Süss, sauer, salzig, scharf, herb, bitter

3) Qualitäten:
Ölig, trocken, schwer, leicht, erhitzend, kühlend

Soll zum Essen getrunken werden oder davor und danach?

30 Min. vor dem Essen ist es erlaubt lauwarmes Wasser zu trinken. Zum Essen wird eher nicht getrunken. Falls nicht zu vermeiden und Alkohol zum Mittagessen gereicht wird, sollte dieser in kleinen Schlucken und bei Zimmertemperatur getrunken werden – vorzugsweise Rotwein. Ein Glas ist erlaubt.

Für wen eignet sich dein Ansatz?

Für alle Menschen. Ayurveda dient der der Erhaltung der Gesundheit. Der Leitsatz lautet: Lass deine Nahrung Medizin sein und deine Medizin die Nahrung. Das sagt alles.

www.ayurvedagesundheit.ch

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