Entgiftet oder Vergiftet unser Wasser? Pro und Contras von Hahnenwasser und Mineralwasser.

Trinkwasser ist das wohl bedeutungsvollste Lebensmittel für den Menschen. Jedoch nur dann, wenn auch die Qualität in Ordnung ist. Man beachte, dass Mineral- oder auch Leitungswasser in unseren Breitengraden nicht selbstverständlicherweise eine hohe Reinheit haben muss. Die Grenzen für Schadstoffe sind nämlich relativ hoch angesetzt.
Wasser ist Leben und Wasser gehört zum Leben. An dieser Aussage kann nicht gezweifelt werden. Wie viel Wasser jeder einzelne Mensch tagtäglich trinkt, ist oftmals Geschmacksache. Gesundheitsempfehlungen schwanken in der Angabe der Menge; schlussendlich geht es bei Empfehlungen der Flüssigkeitsaufnahme nicht um Wasser, sondern um die Zufuhr von Flüssigkeit. Wasser ist – und das ist ein Faktum – kalorienarm und gesund. Doch die Frage, ob Trinkwasser, Mineralwasser oder gar Quellwasser die beste Alternative darstellen, kann nicht pauschal beantwortet werden. Am Ende muss sich jeder selbst über die etwaigen Vor- wie Nachteile bewusst sein und auch den Kostenfaktor berücksichtigen.

Ist das Trinkwasser aus der Leitung frei von Schadstoffen?

Getränkehersteller erzielen Rekordabsätze; auch Hersteller von Wasserfiltern haben in den letzten Jahren hohe Gewinne verbuchen können. Das zeigt, dass immer mehr Verbraucher auf Leitungswasser setzen, aber auch gleichzeitig der Meinung sind, dem ungefilterten Wasser aus der Leitung nicht trauen zu können. Natürlich behaupten die Wasserwerke, dass das Trinkwasser, welches aus der Leitung kommt, ohne Bedenken konsumiert werden kann. Doch es ist bekannt, dass im Leitungswasser sehr wohl Gifte, Rückstände von Antibiotika, Hormonen und Drogen, sowie Keime vorzufinden sind. Ignorieren Wasserwerke und Getränkehersteller die bedenklichen Stoffe oder werden Verbraucher in die Irre geführt und gar falsch informiert?

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Ist Trinkwasser wirklich gesund?

Das Trinkwasser stellt einen nicht ersetzbaren Grundstoff für den Menschen dar, damit die zahlreichen Vitalfunktionen im Körper aufrechterhalten werden können. Deckt der Mensch den Flüssigkeitsbedarf mit dem Wasser aus der Leitung, können sich aber auch zahlreiche Schadstoffe ansammeln, die in weiterer Folge gesundheitliche Auswirkungen für den Menschen haben. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass – wenn ausschliesslich Hahnenwasser konsumiert wird – dieses abgekocht werden sollte, damit `unbelastetes` Wasser entsteht. Schon 1997 gab es im „Deutschen Ärzteblatt“ einen Artikel darüber, dass im Rohwasser sowie Trinkwasser sehr wohl Stoffe enthalten seien, die gesundheitsschädigend sein könnten. Doch wer reines Wasser möchte, muss oftmals sein Erspartes belasten. Fakt ist, dass wir Verbraucher gerade einmal 5 Prozent des gelieferten Wassers als Trinkwasser nutzen; der Rest des flüssigen Goldes wird für die Körperhygiene (Duschen), das Spülen von Geschirr und ähnliche Vorgänge genutzt. Immer neue Belastungen, fordern von den Wasserwerken immer wieder kostspielige technische Modernisierung zur Filterung, um eine konstante Qualität anbieten zu können. Dass aber innovative Aufbereitungsformen eine kostspielige Angelegenheit sind und deshalb gern umgangen werden, ist kein Geheimnis und überrascht keinen Verbraucher. Aus diesem Grund arbeiten zahlreiche Wasserwerke mit Ausnahmegenehmigungen. Laut Gesetz können also Schadstoffe im Wasser enthalten sein, die einen bestimmten Grenzwert aber nicht erreichen dürfen. Wer gar keine Schadstoffe im Wasser möchte, muss daher die eigenen Leitungen überprüfen und mitunter auch eine Filteranlage einbauen.

Das lebendige Mineralwasser

Lebendiges und reines Mineralwasser ist leider immer mehr zur Mangelware verkommen. Aus diesem Grund ist es ratsam, dass Verbraucher ihren Trinkwasserbedarf von Tiefenquellen erwerben. So etwa von der Plose, Hornberger oder auch der St. Leonhards-Quelle. Des Weiteren muss beachtet werden, dass das Mineralwasser – das mitunter still sein sollte – in Glasflaschen abgefüllt werden sollte. Denn werden Mineralwasser in Kunststoffflaschen gefüllt, kann es zu einer Verkeimung kommen. So haben schon Untersuchungen im Jahr 1995 ergeben, dass rund 30 Prozent aller stillen Wasser, die in Kunststoffflaschen abgefüllt wurden, mit Keimen belastet sind, die Harnwegs-, Hirnhaut- sowie Lungenentzündungen hervorrufen können. Dies rührt unter anderem daher, da PET-Flaschen Weichmacher wie etwa Bisphenol A ins Wasser abgeben. Bisphenol A, so weiss man heute, hat eine hormonähnliche Wirkung auf den Organismus. Aspekte, die der Gesundheit schaden.
Sogenanntes lebendiges Mineralwasser ist ein Schwemm-, Löse- und Reinigungsmittel für den Körper. Es gilt der Richtsatz, je weniger Stoffe im Wasser enthalten sind, desto besser ist die ausleitende Funktion.

Die Frage, ob Mineral- oder Leitungswasser

Ob Mineralwasser oder Hahnenwasser – eine Frage, die sich jeder Verbraucher selbst beantworten muss. Fakt ist, dass natürlich der Kostenfaktor für den heimischen Hahn spricht. Zwei Liter Mineralwasser kosten in etwa 1 CHF; für diesen Franken bekommt der Verbraucher rund 200 Liter Trinkwasser aus seiner Leitung, muss keine Flaschen schleppen und diese auch danach entsorgen. Auch muss berücksichtigt werden, dass Trinkwasser – auch wenn Schadstoffe in geringer Menge enthalten sind – ein stark kontrolliertes Produkt ist. Mineral- oder auch Tafelwasser sind zwar ebenfalls stark kontrolliert, haben aber einen deutlich höheren Grenzwert, was die Schadstoffe betrifft. Doch auch wenn das Trinkwasser aus der Leitung „besser“ oder „günstiger“ ist, boomt der Verbrauch vom sogenannten Flaschenwasser. 89 Milliarden Liter Wasser werden Jahr für Jahr in Plastikflaschen abgefüllt; gerade 20 Prozent jener Flaschen wurden recycelt. Auch wenn Einwegflaschen ein Trend geworden sind, werden 60 Prozent aller Mineralwasser in Plastikflaschen verkauft.

Das Leitungswasser hat seine Vorteile

Fakt ist: Trinkwasser hat seine Vorzüge. Entsprechen die Hausleitungen den modernen Standards, bestehen de facto keine Gesundheitsgefahren. Kohlensäure und Geschmackzusätze sollten aber nicht künstlich hinzugefügt werden; wer sich für Trinkwasser aus der Leitung entscheidet, sollte daher der Natürlichkeit vertrauen.

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