Filterkaffee

Seit einigen Jahren feiert Filterkaffee ein Comeback. Was hat es damit auf sich?

Dass Filterkaffee heute wieder vermehrt im Gespräch ist, kommt unter anderem vom Bedürfnis der Menschen, bewusst zu geniessen, möglichst viel über die Produkte zu wissen und deren Vielfalt zu erleben. Filterkaffee ist durch die simple Zubereitung in der Umsetzung erschwinglich und die Aromen sind zugänglicher als beim Espresso.

Gibt es einen Unterschied zum Kaffee von früher?

Die Qualität des Kaffees – insbesondere des obersten Qualitätssegments – hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten massiv verbessert: In den Anbauländern wird mit gezieltem Anbau und Rücksicht auf Mikroklimata innerhalb der Farm, neuen Varietäten, sorgfältigerem Pflücken und verbesserten Aufbereitungsmethoden die Messlatte immer höher angesetzt.

Innovative Röstereien, welche diese top Rohkaffees einkaufen und verarbeiten, überlassen heute beim Rösten ebenfalls nichts mehr dem Zufall. Statt die Bohnen durchs Rösten einfach braun zu machen, gilt es heute vielmehr, die in der Bohne steckenden Aromen durch die passende Hitzeeinwirkung beim Rösten für die spätere Zubereitung optimal zur Geltung zu bringen.

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Welche Aromen stecken denn in den Bohnen?

Kaffeebohnen sind eigentlich Kerne der Kaffeekirsche – einer Frucht. Und so tragen Kaffeebohnen nebst viel Süsse je nach Varietät und Terroir durchaus fruchtige Aromen, welche – wenn sie beim Rösten nicht komplett verbrannt und durch Röstarmen überdeckt werden – zum Beispiel an Himbeeren, Cassis oder Steinobst erinnern. Das ist ganz natürlich und ohne Zusatz von Geschmacks- oder Süssstoffen.

Das tönt spannend! Was muss ich bei der Zubereitung beachten?

Filterkaffee ist gerade für zuhause die ideale Art der Kaffeezubereitung, da man dazu keine teure Espressomaschine oder einen Vollautomaten braucht. Frischer, speziell für die Filterzubereitung gerösteter Kaffee und möglichst weiches (gefiltertes) Wasser, ein
Handfilter, ein Wasserkocher und eine Küchenwaage reichen aus, um eine leckere Tasse Filterkaffee zu brühen. Wer es etwas genauer will, nimmt noch einen Küchen-Timer und ein Fleischthermometer dazu. Mit einer einfachen Handmühle kann man den Kaffee stets frisch vor dem Brühen mahlen, was ebenfalls einen erheblichen Einfluss auf das spätere Aroma in der Tasse hat. Insbesondere die feineren, filigraneren floralen und fruchtigen Aromen im Kaffee verfliegen nach dem Mahlen sehr rasch, was einem hochwertigen Kaffee natürlich seine Komplexität raubt. Und dann sollte man sich noch, genau wie beim Kochen oder Backen, an ein Rezept halten: Als Faustregel gelten 60-70 g Kaffeemehl pro Liter Wasser, welches zum Brühen zwischen 92 und 96 °C heiss sein sollte. Je nach Vorliebe peilt man eine Brühzeit von 2 bis 3 Minuten an – je länger desto intensiver wird der Kaffee.

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Aber ein Schüümli, für viele Schweizer ein Merkmal eines wirklich guten „Kafi“, gibt es nicht auf dem Filterkaffee?

Nein, von diesem Gedanken muss man sich beim Filterkaffee definitiv verabschieden. Sowieso sollte man als Filterkaffee Neuling seine Vorstellung von Kaffee erst mal beiseite legen und offen sein für Neues. Wer sich darauf einlässt, dem offenbaren sich ganz neue Geschmackseindrücke.

Auf www.vertical.coffee gibt es frische Bohnen und Hardware für die Zubereitung – zudem bieten wir Home Brewing Workshops an, in denen man das 1×1 der Filterkaffees erlernen kann.

Weitere Informationen: www.vertical.coffee

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