Fisch – eine bedrohte Delikatesse

Ohne Frage gehört Fisch zu einem gesunden und ausgewogenen Speiseplan einfach dazu. Er liefert viele wichtige Nährstoffe: alle wichtigen Aminosäuren, viele ungesättigte Fette wie zum Beispiel die Omega-3-Fettsäuren, diverse Vitamine und essentielle Minerale und Spurenelemente wie Kalium oder Selen. Verschiedenste Arten von Fisch bereichern den Speiseplan mit ihrem jeweils charakteristischen Geschmack und können auf sehr vielfältige Weise zubereitet und verzehrt werden. Denken Sie nur an panierten und gebratenen Fisch, an Sushi oder den kräftig geräucherten.

Leider haben heutzutage viele Fischarten einen unangenehmen Beigeschmack. Durch zu intensive Fischerei sowie Richtlinien und Gesetze, die industrielle Interessen vor den Umweltschutz stellen, sind die Bestände vieler Fischarten bereits stark bedroht (laut WWF rund 30%) und Ökosysteme sehr schwer beschädigt.

Daher gibt es einige Aspekte, die Sie zum Wohle unserer Umwelt beim Kauf von Fisch beachten sollten.

Fisch um jeden Preis?

Häufig werden von der Politik sogenannte Fangquoten festgelegt, die für bestimmte Gebiete das Fangen einer definierten Menge an Fisch oder anderen Meerestieren erlauben. Somit soll eigentlich eine nachhaltige Fischerei möglich gemacht werden, die es den Beständen erlaubt sich zu erholen und auch in Zukunft Erträge zu liefern. Leider werden die Quoten oft zu hoch angesetzt und Empfehlungen von Wissenschaftlern übergangen, was zu einer Überfischung bestimmter Arten und Gebiete führt und geführt hat. Es wird also mehr gefischt, als auf natürliche Weise nachwachsen kann.

Zusätzlich schädigen spezielle Fangmethoden wie die Schleppnetzfischerei den Meeresboden und sorgen so für einen weiteren Rückgang verschiedenster Arten von Meeresbewohnern.

Ein weiteres Problem dieser intensiven Fischerei ist der Beifang. Als Beifang bezeichnen Fischer alles, was ausser der gewünschten Fischart sonst noch in den Netzen landet. Das können natürlich andere, für die Fischerei „wertlose” Arten sein, aber auch gänzlich andere Spezies wie Meeresvögel, Haie, Wale oder Muscheln. 32.000.000 Tonnen jährlich werden als Beifang verbucht. In dieser Grössenordnung ist es nicht verwunderlich, dass komplette Ökosysteme aus dem Gleichgewicht geraten.

Experten mahnen seit Jahren zur Vorsicht und Umsicht mit unseren Meeren und Sie als Konsument haben einen direkt Einfluss darauf.

Welchen Fisch können wir denn noch essen?

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Pauschal kann man die Frage nicht beantworten. Es kommt bei vielen Arten darauf an, in welchem Gebiet sie gefangen wurden und ob die Bestände dort bereits gefährdet waren. Ausserdem spielt es eine Rolle, ob in natürlichen Vorkommen gefischt wird oder die Tiere aus einer Aquakultur stammen.
Aal, Hai, Rotbarsch, Kabeljau, Makrelen, Blauflossenthunfisch, Granatbarsch, Grenadierfisch, Rochen oder Schnapper sollten Sie nach Möglichkeit immer vermeiden. Diese Arten sind extrem stark überfischt und ihre Bestände sind daher in ihrer Existenz bedroht.

Wenige Bedenken hingegen müssen Sie sich bei den folgenden Fischen machen. Ihre Bestände sind, abhängig vom Fanggebiet, noch gross genug oder sie stammen aus zertifizierten Aquakulturen:

  • Heringe und Sprotten aus der Nord- bzw. Ostsee
  • Karpfen aus europäischen Aquakulturen
  • Forellen, Tropische Garnelen oder Lachs aus europäischen Bio-Aquakulturen

Ja, die Liste ist leider tatsächlich so kurz. Die steigenden Nachfrage und Fangquoten der letzten Jahrzehnte zeigen mittlerweile besorgniserregende Auswirkungen.
Ein paar alternative Fischarten deren Bestände verringert, aber noch nicht als kritisch angesehen werden, gibt es allerdings noch:

  • Alaska-Seelachs aus dem Pazifik
  • Garnelen aus der Nordsee oder Arktis
  • Makrelen aus dem Atlantik
  • Seelachs aus der Arktis

Diese kleine Auswahl zeigt, wie ernst es um unsere Meere und Fischbestände steht. Jedoch können Verbraucher einen direkten Einfluss nehmen, da jeder Kauf die Nachfrage nach Fisch signalisiert und entsprechend erhöht.

Fischgenuss – Ja, aber mit Umsicht

Fisch ist und bleibt ein sehr wertvolles und vor allem schmackhaftes Lebensmittel. Allerdings liegt es an uns als Verbrauchern, unsere Meere und ihre Bewohner zu schützen. Wenn Sie dazu beitragen wollen, können Sie bei Ihrem Einkauf auf gewisse Gütesiegel achten. Das MSC-Siegel (Marine Stewardship Council), Bioland oder Naturland gerantieren Ihnen zertifizierte und ständig kontrollierte Betriebe und somit eine auf Nachhaltigkeit bedachte Fischerei. Auch das ASC-Siegel (Aquaculture Stewardship Council) bürgt für eine verantwortungsbewusste Fischerei, jedoch nicht aus wilden Beständen sondern aus nachhaltigen Aquakulturen.

Genauso wichtig ist es auf das Fanggebiet der Fische zu achten, um sicherzugehen keine bereits überfischten Gebiete weiter auszudünnen.

Möchten Sie sich weitergehend über das Thema Fischerei informieren, können wir Ihnen die Webseiten der Umweltschutz-Organisationen WWF und Greepeace empfehlen. Dort finden Sie stets aktuelle und umfangreiche Informationen zum Thema Fisch und Meer, sowie Ratgeber in denen Sie Empfehlungen zum nachhaltigen Einkauf von Fisch finden können.

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