Frühlingszeit – Zeit zum Heilfasten

Gefastet wird seit Jahrtausenden, Fastenzeiten sind in zahlreichen Religionen verwurzelt und kommen in vielfältigen Formen und in teilweise festliegenden Ritualen vor. Schon Hippokrates, der Urvater der Ärzte sagte vor mehr als viertausend Jahren “Sei mäßig in allem, atme reine Luft, treibe täglich Hautpflege und Körperübung… und heile ein kleines Weh eher durch Fasten als durch Arznei.”

Was ist Fasten

Unter Fasten versteht man allgemein einen völligen oder teilweisen Verzicht auf Nahrung. Im religiösen Sinn gilt das Fasten als Buße, der Abwehr des Bösen, der Reinigung der Seele und dem Streben nach Konzentration. Als Fastenzeit gilt in den meisten Fällen der Frühling, wie bei uns die Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostern. In der Neuzeit verbindet man mit dem Fasten in erster Linie das Streben nach Gesundheit.
Fasten ist neben einer Reinigung des Körpers auch ein guter Einstieg in eine Veränderung seiner Gewohnheiten, besonders der Ernährungs- aber auch der Bewegungsgewohnheiten. Selbständig und alleine fasten sollten jedoch nur gesunde Menschen. Wer sich in ärztlicher Behandlung befindet bzw. chronisch krank ist und Medikamente einnehmen muss, sollte sich erfahrenen Ärzten und Heilpraktikern, zum Beispiel in einer Fastenklinik anvertrauen. Menschen ab 60 Jahren sollten ihre erste Fastenkur grundsätzlich nicht alleine, sondern immer nur in Begleitung einer geschulten Fastenleiterin oder eines Fastenleiters unternehmen.

Fehler vermeiden

Wer sich zutraut, alleine zu fasten, sollte unbedingt folgende Fehler vermeiden:
Es ist falsch, von heute auf morgen überhaupt nichts mehr zu essen. Totaler Nahrungsverzicht bedeutet eine große körperliche Belastung. Sie kann Kopfschmerzen, Übelkeit, Heißhunger und Kreislaufprobleme bis hin zu Schwindelanfällen verursachen. Ein plötzlicher Nahrungsentzug wird vom Körper als Stress empfunden. Neben Spaziergängen an der frischen Luft ist es wichtig, sich auf seinen Körper zu konzentrieren und sich keineswegs zu überfordern. Eine Fastenkur sollte man immer mit ein bis zwei Entlastungstagen beginnen, indem man nur leichte Kost zu sich nimmt und auf fettreiche Nahrungsmittel und auch Fertiggerichte verzichtet. Sehr wichtig ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Damit der Stoffwechsel gut funktioniert und Abbauprodukte ausgeschieden werden können, ist es erforderlich, am Tag zwei bis drei Liter Wasser und ungesüßten Tee zu trinken. Schädlich ist auch zu wenig Bewegung, sonst schaltet der Körper auf Sparflamme und nach der Fastenkur tritt der sogenannte Jojo-Effekt ein. Nach dem Fasten ist eine Umstellungsphase von zwei bis drei Tagen nötig. Während dieser Zeit ist leichte und fettarme Kost angesagt, in denen der Stoffwechsel langsam wieder an eine erhöhte Kalorienzufuhr gewöhnt werden muss.

Was passiert beim Fasten

Innerhalb der ersten drei Fastentage stellt sich der Körper auf die Verwertung der körpereigenen Fettreserven um. Im Körper abgelagerte Fett-, Kalk- und Cholesterin-Teilchen sowie Gifte werden gelöst und ausgeschwemmt. Gesundheitlich ist dieser Prozess verbunden mit einer Regeneration der Leber und des Herz-Kreislaufsystems. Die sich an den Gefäßwänden abgesetzten Plaques werden gelöst und das ganze System wird wieder durchgängiger. Menschen, die an Gicht, Rheuma oder Arthrose leiden, profitieren vom Abbau der Eiweißkristalle, die sich an den Gelenken abgelagert haben, und beim Fasten über die Nieren ausgespült werden.

Verschiedene Fastenkuren

Während es beim Fasten im klassischen Sinn außer Kräutertees, ungesüßten Säften, Wasser und 1 x täglich Gemüsebrühe nichts zu essen gibt, werden inzwischen auch viele spezielle oder etwas sanftere Fastenkuren angeboten:

Fasten nach F.X.Mayr
Nach den ersten Tagen, an denen ausschließlich Tee getrunken wird, gibt es zwei trockenen Semmeln zusammen mit einem Glas Milch am Tag. Außerdem wird jeden Tag eine Portion Bittersalz verabreicht.

Buchinger Fasten
Vorgesehen ist ein Fastenzeitraum von fünf Tagen, an denen über den Tag verteilt mindestens drei Liter Flüssigkeit in Form von Kräutertee am Morgen, Gemüsesaft oder –brühe mittags, nachmittags wieder Kräutertee und Wasser und abends dann erneut Gemüsebrühe oder Obstsaft verzehrt wird.

Schrot Kur
Bei der Schrot-Kur wird unterschieden nach Trocken- und Trinktagen.
an den Trockentagen gibt es feste Nahrung mit insgesamt 700 Kilokalorien in Form von
Semmeln, Reis, Grieß- oder Haferbrei, gekochtem Gemüse und Obst bzw. Dörrobst und 0,25 bis 0,5 Liter Flüssigkeit in Form von Wein, Tee oder Säften. An Trinktagen darf max. 1 Liter trockener Weißwein sowie Tee, Mineralwasser und Saft getrunken werden.
Diese Kur eignet sich bei Stoffwechselstörungen, Migräne, Gicht, Burn out Syndrom, Allergien, rheumatischen Beschwerden, Herz- Kreislauferkrankungen, Verdauungsbeschwerden, Hauterkrankungen usw. Jedoch nicht für trockene Alkoholiker und Menschen, die organische Leiden aufweisen.

Basenfasten
Beim sogenannten Basenfasten wird auf alle tierischen Nahrungsmittel wie Fleisch, Fisch, sämtliche Milchprodukte und Eier verzichtet. Verboten ist auch Kaffee bzw. Koffein, Alkohol und Nikotin. Erlaubt sind ausschließlich pflanzliche Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Kräuter und frische Keimlinge. Ziel des Basenfastens ist es, nicht nur Schadstoffe auszuschwemmen und den Körper zu entgiften, sondern zusätzlich den PH-Wert des Körpermilieus zu verbessern.
Säuren und Basen entstehen bei der Verdauung. Ein ausgeglichenes Verhältnis ist sehr wichtig für die Gesundheit, dann kann der Körper sich selbst regenerieren. Bei einem andauernden Überschuss an Säuren wird die Verdauung beeinträchtigt, der Organismus wird belastet und der Stoffwechsel wird träge. Es entstehen Erschöpfungszustände, Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Konzentrations- und Schlafstörungen, Schmerzen an Nerven, Muskeln und Gelenken, häufige Erkältungen und unspezifische Entzündungen. Bei einer Basenfasten-Kur wird auf alle säurehaltigen Nahrungsmittel und auch solche, die durch die Stoffwechselprozesse Säuren bilden können, verzichtet. Das sind vor allem tierische Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, Wurst, Eier, Milch und Milchprodukte und besonders auch Weißmehlprodukte, Fast Food, Zucker, Süßes und Knabberzeug. Auch Koffein, Alkohol und Nikotin tragen zu einer Übersäuerung bei. Basenfasten eignet sich sowohl zur inneren Reinigung als auch zum Abnehmen, da Gemüse und Obst kalorienarm sind.

Detox-Kur
Eine Detox-Kur entspricht ebenfalls einer basenreichen Ernährung. Ziel ist eine Körperreinigung von innen. Ihr Name Detox ist abgeleitet von dem englischen „detoxication“, was Entgiftung bedeutet. Verzichtet wird wie beim Basenfasten ebenfalls auf alle säurebildenden Nahrungsmittel. Eine Detox-Kur ist einfach jeweils bei Bedarf durchzuführen. Oft reichen wenige Tage, um zu regenerieren.

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