Gesunde frühlingsgrüne Rezepte – Rezept Nr.1

Was früher ein Arme-Leute-Essen oder sogar Unkraut war, erlebt heute eine wahre Renaissance in unseren Küchen, beste Beispiele dafür sind: Cime di Rapa, Bärlauch und Löwenzahn. Auch Gourmetköche edelster Restaurants sind längst nicht mehr abgeneigt, diese schmackhaften und zugleich auch sehr gesunden Delikatessen für ihre zauberhaften Kreationen zunehmend einzusetzen.

Cime di Rapa – der mediterrane Schleck

Als Kreuzung aus Speiserübe und Brokkoli stammt dieser Stängelkohl, je nach Region auch Broccoli raab, Rappa oder Cima di Rapa genannt, aus dem Mittelmeerraum. Die typischen Kennzeichen des mediterranen Wildkrauts sind schöne dunkelgrüne glänzende Blätter, lange Stiele und kleine Röschen in der Mitte. Im Geschmack ähnelt das Gemüse dem Weisskohl bei einem zugleich leicht bitteren Aroma. In Italien wird Cime di Rapa besonders in den Provinzen Kampanien und Apulien angebaut, aber auch in der Schweiz hat das Gemüse eine bemerkenswerte Tradition.

Auch in diesem Fall sind es besonders die dezenten Bitterstoffe, die einen hohen Anteil an der gesundheitsfördernden Wirkung des Gemüses ausmachen:

  • Der etwas bittere Geschmack ist eine Folge der darin enthaltenen Polyphenole, die das Krebsrisiko, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und auch die Wahrscheinlichkeit einiger anderer chronischen Leiden vermindern können.
  • Darüber hinaus enthält Cime di Rapa in moderatem Umfang Glukosinolate, denen ebenfalls eine Krebs vorbeugende Wirkung nachgesagt wird.
  • Die weiterhin enthaltenen Mineralstoffe, Karotin und Vitamin C sind zusätzlich gesundheitsfördernd.
  • Der aromatische Stängelkohl enthält zudem den Nährstoff Sulforaphan, der ein Enzym stimuliert, das die Fettverbrennung im Organismus um ein Vielfaches steigern kann.

Einkaufstipp für frischen Stängelkohl: Die Stiele sollten gleichmässig hellgrün gefärbt sein und noch möglichst feste Konsistenz haben. Die Knospen sollten noch gut geschlossen und keinen gelben Blütenansatz haben.

Dieses Gemüse ist wirklich vielseitig einsetzbar, zum Beispiel als Beilage zu Fisch, Reis und daher auch bei vielen asiatischen Gerichten. Dazu wird es kurz in Olivenöl angedünstet, also ähnlich wie Spinat behandelt, und zum Beispiel mit Salz, Schalotten und Knoblauch angereichert. Noch ein Tipp dazu: Mit Sahne und etwas Muskatnuss wird der Geschmack der Bitterstoffe deutlich reduziert.

Dieses klassische Cima-di-Rapa-­Rezept stammt aus Apulien: Orecchiette mit Cima di Rapa. (Orecchiette sind die runden, öhrchenförmigen Teigwaren aus Apulien).

Zutaten für 4 Portionen:

  • 500 g Orecchiette oder andere Teigwaren
  • 1 kg Cima di Rapa
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 getrocknete Chilischote
  • 2 getrocknete Tomaten
  • 2 bis 4 Sardellenfilets
  • 4 Esslöffel Olivenöl
  • Pecorino, gerieben; Kapern und dunkle Oliven (optional)

Zubereitung:

  • Cima di Rapa putzen, Röschen am Stielansatz ab­brechen, harte Blätter und harte Stängel entfernen, dünne Stiele und Blätter in kleine Stücke schneiden.
  • Getrocknete Chilischote und Tomaten fein zerhacken.
  • In reichlich kochendem Salzwasser die Orecchiette etwa 10 Minuten lang kochen, danach die Cime di rapa hinzufügen und etwa 3 Minuten weiterkochen lassen. Die Orecchiette und Cima di Rapa herausnehmen und abtropfen lassen.
  • Währenddessen in der Pfanne Olivenöl erhitzen und darin die fein gehackten Chilischoten, Tomaten, zerdrückten Knoblauchzehen und Sardellenfilets anbraten bis Letztere sich auf­ge­löst haben.
  • Die abgetropften Orecchiette mit dem Cime di rapa hinzu­geben, vermengen und je nach eigenem Geschmack mit Kapern und dunklen Oliven verfeinern, mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  • Auf dem Servierteller mit geriebenem Pecorino bestreuen, wobei die Puristen aus Apulien darauf schwören, dass im Originalrezept kein Käse vorkommt.

Bon appétit!

0
Schreiben einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.