Industriell-gefertiges Brot vs. Handwerk – was bevorzugt ihr?

Bread

Wahrscheinlich habt auch ihr die Werbekampagnen für Brot bei den großen Discountern in diesem Jahr mitverfolgt. Eine große Handelskette hatte dabei angefangen, ihr in den Filialen aufgebackenes Brot als „frische Backwaren“ anzupreisen und hat damit einen echten Sturm der Empörung ausgelöst.

Fehlendes Bewusstsein

Während die einen das Brot der Filialisten als günstige Alternative zu dem täglichen Brot sehen, sind die anderen nur entsetzt über das fehlende Bewusstsein über die Inhaltsstoffe von Industriebrot. Denn was in den Supermärkten als frisches Brot angeboten wird, kann Dank der gültigen Lebensmittelverordnung auch ein fünf Jahre alter Teigling sein, der in der Filiale dann „frisch“ fertig gebacken wird.

Frischer Teig wird in den Supermärkten natürlich nie verwendet – das ginge schon allein aus logistischen Gründen nicht. Daher werden gefrorene Teigstücke verwendet, die man einfach durch ganz Europa transportieren kann und die in den jeweils kurzfristig im Laden benötigten Stückzahl aufgetaut werden. Um diesen Makel auszugleichen, dass man nicht mit frischem Teig arbeiten kann, muss dem Teig eine lange Liste an Zusatzstoffen beigefügt werden.

Industrie trickst

Brot ist das dann eigentlich nicht mehr, wenn man das Reinheitsgebot bedenkt, das auch für Brot gilt. Gesetzlich zulässig sind dabei viele Stoffe, die noch nicht einmal deklariert werden müssen. Dazu gehören Enzyme und Säuerungsmittel, die dem Teig Eigenschaften verleihen, die er bei einer traditionellen handwerklichen Fertigung von Haus aus mit sich bringt. Die Industrie trickst aber, weil die nötige Zeit und vielfach die nötige Qualität der Rohstoffe fehlt, um ein gutes Brot zu backen.
Making bread yeast dough, chef kneading in a bakery kitchen

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Um ein frisches Brot (ohne die teilweise bedenkliche Zusatzstoffe!) zu backen, geht es gar nicht ohne einen Bäcker und eine Backstube, in der der Teig täglich frisch zubereitet wird. Ein gutes Brot verlangt für den feinen Geschmack dabei zudem nach einem richtigen Ofen – ein Brotbackautomat wie man ihn aus den Supermärkten kennt und wie sie auch in den grossen Fabriken zum Einsatz kommen, kann da nicht mithalten.

In der Schweiz sind trotz der großen Gesundheitsbewegung der vergangenen Jahre noch immer Migros und Coop die grössten „Bäcker“. Zusammen verkaufen sie fast zwei Drittel des Brotbedarfs.
Stevens Company Bakery old illustration, London. By unidentified

Industriell-gefertiges Brot vs. Handwerk – eine Frage des Preises?

Sie erreichen diesen hohen Marktanteil vor allem durch den Preis und auch durch unsere Bequemlichkeit, denn man bekommt als Kunde bei ihnen alles unter einem Dach. Im Vergleich zu einem Brot eines traditionellen Handwerkbäckers ist das Aufbackbrot bei Migros und Coop sowie bei den anderen Supermärkten bis zu 50 Prozent billiger. Der Kunde bezahlt aber mit der minderen Qualität. Zudem essen wir mit diesen industriell-gefertigen Backwaren chemische Zusatzstoffe, von denen wir heute teilweise noch gar nicht genau wissen, wie sie sich auf den Organismus auswirken.

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