Ist Bio Milch & Fleisch wirklich gesünder?

Sind Bioprodukte besser für unsere Gesundheit?

Damit der Mensch Zellmembranen bauen kann, sodass Vitamine aufgenommen werden können, benötigt er Fett. Doch nicht jede Sorte muss in selber Menge konsumiert werden. Gesättigte Fettsäuren erhöhen etwa das Herzinfarkt-Risiko, da die Gefäße verstopfen. Ungesättigte Fettsäuren schützen hingegen das Herz. Wer sich mit der Thematik bislang befasst hat, wird der einfachen Regel gefolgt sein, alle tierischen Fette zu meiden und vorwiegend pflanzliche Fette zu konsumieren. Doch neue Untersuchungen haben ergeben, dass Milch, Speck oder Käse eine deutlich gesündere Fettbilanz aufweisen, wenn sie aus biologischem Anbau stammen.

Biofleisch und -milch enthalten bis zu 50 Prozent mehr ungesättigte Fettsäuren

Der Mensch entscheidet sich aus drei Gründen für Bioprodukte: Er unterstützt den Tierschutz, trägt positiv zur biologischen Landwirtschaft bei und unterstützt seine Gesundheit. Die ersten zwei Punkte überraschen nicht; Punkt 3 ist hingegen neu. Forscher haben jedoch herausgefunden, dass an Milch und Fleisch sehr wohl abgelesen werden kann, wie das Tier zu Lebzeiten gehalten wurde. Den größten Unterschied fanden Forscher bei den sogenannten Omega-3-Fettsäuren. Biomilch und Biofleisch enthalten – im Vergleich zu gewöhnlicher Milch und Fleisch – einen um 50 Prozent höheren Anteil an ungesättigten Fettsäuren. Dieser höhere Anteil sorgt einerseits für einen verbesserten Blutfluss, andererseits werden die Nerven besser geschützt.

Biomilch ist gesünder

Fakt ist: Das westliche Essen enthält eindeutig zu wenig Omega-3-Fettsäuren. Efsa, die Europäische Lebensmittelbehörde, hat bereits geraten, die Aufnahme der ungesättigten Fettsäuren zu verdoppeln. Eine Möglichkeit: Biomilch. Ein halber Liter Biomilch enthält rund 39 Milligramm Omega-3-Fettsäuren – das entspricht 16 Prozent der empfohlenen Tagesmenge. In der gewöhnlichen Milch lag der Anteil bei 11 Prozent (25 Milligramm). Auch die konjugierte Linolsäure ist stärker in Biomilch vertreten. Rund 40 Prozent mehr Linolsäure als in normaler Milch zeigt, dass Biomilch tatsächlich gesünder ist. Die Forscher sind überzeugt, dass die unterschiedlichen Haltungsbedingungen der Grund sind, warum derart gravierende Unterschiede bestehen. Fakt ist: Wer das Tier besser hält, erhöht gleichzeitig die Omega-3-Fettsäuren.

Weniger, aber dafür qualitativ hochwertigere Milch

Die heutigen Biostandards sehen vor, dass die Tiere für einen gewissen Zeitraum im Freien gehalten werden müssen, damit sie auch frisches Futter konsumieren können. Das frische Gras und die gleichzeitige Reduzierung des Kraftfutters sorgen dafür, dass das Tier langsamer wächst und somit auch weniger Milch produzieren kann. Im Schnitt geben „Biokühe“ um 20 Prozent weniger Milch, wobei jene eine deutlich bessere Fettzusammensetzung hat als von jenen Kühen, die mit Kraftfutter versorgt werden, schneller wachsen und somit mehr Milch geben.

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Von einer Pauschalierung muss abgesehen werden

Pauschal kann aber nicht gesagt werden, dass Bioprodukte – also Milch oder Fleisch – tatsächlich gesünder sind. Fettsäuren sind gerade einmal ein Teil des klassischen Nährstoffpuzzles, aus dem sich Milch sowie Fleisch zusammensetzen. Nicht zu vergessen sind die enthaltenen Vitamine, Spurenelemente sowie Mineralien und auch Schadstoffe. Auch wenn die Forscher auch dahingehend Studien erstellten, gab es – bezogen auf Fleisch – zu wenige Daten, um ein tatsächlich nachvollziehbares Fazit zu ziehen. Bezogen auf die Milch, gab es hier durchaus interessante Ergebnisse. Konventionelle Milch enthält 74 Prozent mehr Jod als Biomilch; das Bioprodukt hingegen deutlich mehr Vitamin E und Eisen. Untersuchungen, ob etwaige Rückstände von Antibiotikum vorhanden seien, gaben bislang ebenfalls keine tatsächliche Auskunft.

Das Fazit

Es gibt sehr wohl Vorteile, wenn Bioprodukte den konventionellen Produkte vorgezogen werden. Pauschal zu behaupten, Biofleisch und Biomilch seien gesünder, wäre fahrlässig. Doch mitunter zeigen demnächst neue Studien noch bessere Ergebnisse. Fakt ist: Wer lieber auf Biofleisch und Biomilch greift, wird am Ende seiner Gesundheit nicht schaden.

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