Ist Brot gesund?

Beim Brot ist es wie bei jedem anderen Lebensmittel auch: Es kommt ganz genau darauf an, was darin steckt. Nur vom Aussehen her kann man nicht darauf schliessen, wie gut oder gesund ein Lebensmittel für einen ist. Wie wurden die Zutaten verarbeitet und wo stammen sie überhaupt her? Kommen sie aus konventionellem Anbau oder von einem ökologischen Hof? Es gibt viele Fragen, die man sich stellen muss, um heraus zu finden, wie gesund ein Brot sein kann.

Kurz vorab: Ein industriell in Massenfertigung hergestelltes Brot kann im Grundsatz schon einmal kaum den Anspruch nach einem gesunden, geschweige denn von einem nachhaltigen Produkt erfüllen. Industriebrote, wie man sie im Supermarkt findet, sind mit billigen Rohstoffen und einem grossen Aufwand an Logistik und Energie hergestellt. Wenn man ein gesundes Brot essen möchte, müssen die Rohstoffe nachverfolgbar und auf Schadstoffe in der gesamten Verarbeitungskette überprüft sein.

Die Kennzeichnung der Inhaltsstoffe – oder das Vertrauen in den Bäcker

Nur noch wenige Backbetriebe leisten diese Kontrolle von A bis Z. Problematisch ist, dass ein nicht eingeschweisstes Brot nicht kennzeichnungspflichtig ist. Man weiss als Verbraucher gar nicht, was alles in einem Brot vom Supermarkt steckt. Umso wichtiger ist es daher, bei einem Bäcker seines Vertrauens zu kaufen, der offen und ehrlich alle Zusätze auflistet und auf unnötige Bestandteile verzichtet.

Stevens Company Bakery old illustration, London. By unidentified

Brot ist an sich ein sehr gesundes Lebensmittel, von dem wir heute sehr viel weniger konsumieren als noch vor wenigen Jahren. In der Schweiz werden im Durchschnitt pro Kopf und Jahr weniger als 50 Kilogramm Brot verspeist. Das sind unter 140 Gramm pro Tag. Bei dieser Menge muss sich schon einmal niemand darüber Gedanken machen, ob Brot dick macht. Denn dieses Vorurteil, als Dickmacher zu gelten, hat dem Brot ganz zu Unrecht einen schlechten Ruf eingebracht. Meist sind es eher die Beläge, mit Streichfett wie Butter, kalorienreichen Marmeladen oder mit fettigem Käse und reichhaltiger Wurst, die eine Vesper zu einer Kalorienbombe machen.

Das Brot selbst hat dabei eine Menge positiver Eigenschaften und Inhaltsstoffe, die es zu einem wertvollen Lebensmittel machen. Ballaststoffe zum Beispiel quellen im Magen auf und sorgen so für ein langanhaltendes Sättigungsgefühl. Studien haben erwiesen, dass sich eine ausgewogene Ernährung mit einer ausreichenden Menge an Ballaststoffen positiv auf den gesamten Organismus auswirkt. Dabei ist es sogar egal, ob man lieber Weissbrot oder ein Vollkornbrot isst: laut einer Untersuchung eines spanischen Forscherteams ist es die Hemicellulose in Weissbrot, die sich positiv auf die Darmflora auswirkt. Hemicellulose ist ein Ballaststoff, der reichlich in den hellen Sorten vorhanden ist und einen probiotischen Effekt hat. Er stärkt daher die Abwehrkräfte.

Ballaststoffe gelten heute als einer der wichtigsten Regulatoren für die Verdauung und sollen sogar Darmkrebs, Diabetes und Arterienverkalkung vorbeugen. Bislang glaubte man, die positiven Eigenschaften seien Vollkornprodukten vorbehalten. Dabei geht es vielmehr darum, ob die Rohstoffe gut behandelt werden.

Link zur Studie: Adriana Cuervo, Universität in Oviedo

Negativ können sich allerdings eine ganze Reihe an Zusätzen in industriell gefertigten Broten auswirken. Warum das so ist, und wie traditionelle Handwerksbäcker, wie die Paillasseurs in der Schweiz, ohne schädliche Hilfsmittel auskommen, erklären wir mit den Fachleuten von Pain Paillasse in der kommenden Woche.

0
Schreiben einen Kommentar
  1. Veganes Chili • gesundleben.ch

    5. Februar 2015 um 23:27 Uhr

    […] Ist Brot gesund? Beim Brot ist es wie bei jedem anderen Lebensmittel auch: Es kommt ganz genau darauf an, was darin […]

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.