Jahreszeitloses Gemüse? Von wegen, achtet auf die Saison!

Jedes Gemüse zur richtigen Zeit

Gemüse ist gesund. Fitnessexperten und Ernährungsberater proklamieren, was Mami schon lange weiss: Iss deine Rüebli auf, sonst gibt es schlechtes Wetter. Im Süden Spaniens gibt es selten schlechtes Wetter, insbesondere nicht in den Treibhaus-Siedlungen von Almeria. Flächenmässig gleich gross wie der Kanton Basel-Stadt, versorgen sie Deutschland, Holland und Teile der Schweiz ganzjährig mit Gurken, Peperoni und Tomaten. Wer sich Mitte Dezember ein Tuch um die Augen bindet und in eine Tomate von der iberischen Halbinsel beisst, dem kommt geschmacklich bestimmt etwas spanisch vor… Trotzdem läuft das Geschäft mit dem jahreszeitlosen Gemüse.

Der Kunde ist König

Wer hierzulande an Gemüse denkt, hat Bauern, satte Wiesen und Kühe vor Augen. Die heutige Wirklichkeit kommt etwas unromantischer daher. Aus kargen Flächen wird dank massiver Bewässerung und stetigem Kunstdüngereinsatz eine landwirtschaftliche Nutzfläche. Krankheitsanfällige Pflänzchen werden unter gigantischen Planen mithilfe von Pestiziden und Fungiziden in Rekordzeiten zu geschmacklosem Discounter-Gemüse hochgezüchtet. Doch auch unsere beiden orangen Detailhandel-Riesen machen vor Sommergemüse im Winter nicht halt. Leider hat dies einen einfachen Grund: der Konsument wünscht sich das so. Schwer nachvollziehbar für alle, die sich mit der Materie etwas auskennen. Gemüse, das nie mit einem Marienkäfer in Kontakt stand, ferner einen direkten Sonnenstrahl zu Gesicht bekam, vergiftet mit zahlreichen Chemikalien, die sich auch unter Einsatz von Spülmittel nur schwer bis gar nicht abwaschen lassen, sollen wir essen – oder noch viel schlimmer – unseren Kindern auftischen? Studien haben untersucht, wie sich Pestizide auf den menschlichen Organismus auswirken. Das Spektrum geht von Ausschlägen über Diabetes bis hin zu Krebs.

Tiefer Preis gleich miese Qualität

Oft wird der günstige Preis vorgeschoben. „Wir können uns halt kein Bio-Gemüse leisten“. Leider bezahlen die tiefen Preise an der Kasse in dem Fall einfach andere. Auf den Plantagen der Neuzeit schuften vorwiegend papierlose afrikanische Immigranten zu absoluten Hungerlöhnen. Schlimmer noch: sie wohnen auch dort, in menschenunwürdigen Verschlägen aus Pappe und Plastik und in unmittelbarer Nachbarschaft zu den schädlichen Pflanzenschutzmitteln.

Müssen wir also im Winter komplett auf Gemüse verzichten? Falsch. Gerade in der Schweiz mit ihren vier Jahreszeiten gibt es während dem ganzen Jahr schmackhaftes und gesundes Gemüse. Batavia im Frühling, Blumenkohl im Sommer, Kohlrabi im Herbst und Topinambur im Winter. Eine sehr anschauliche Tabelle auf www.gemuese.ch/saisonkalender verschafft einen Überblick. Glücklicherweise haben mittlerweile auch zahlreiche Restaurants reagiert und benutzen Schlagworte wie saisonal nicht mehr nur, sondern kochen auch so.

miiniregion

Da auch in der Schweiz „gespritzt“ wird, lohnt es sich zudem etwas mehr über den Produzenten zu wissen. Coop macht’s mit dem Label Miini Region vor und druckt bei regionalen Produkten jeweils Namen und Hof auf die Verpackung.

Wer auf Nummer sicher gehen will, kauft fortan nur noch Schweizer Bio-Gemüse. So tust du deiner Gesundheit wirklich etwas Gutes und trägst immerhin keine direkte Mitschuld an den Todesopfern in den spanischen Gewächshaus-Armadas.

0
Schreiben einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.