Nascht mehr Maroni

Wenn es wieder kälter wird, gibt es für viele Menschen keinen feineren Snack, als eine Tüte heißer Maroni. Vor allem auf Weihnachtsmärkten ist der Duft der gerösteten Kastanien kaum noch wegzudecken. Sowohl Kinder als auch Erwachsene schätzen die natürliche Nascherei – doch wie gesund sind sie eigentlich wirklich?

Tatsächlich sind die leckeren Esskastanien gesünder, als so manch einer annehmen mag, denn sie sind reich an vielen Vitaminen und Mineralien und haben zudem nur wenige Kalorien. Grund genug also, sich einmal mit den vielen positiven Eigenschaften der nahrhaften Nussfrucht zu befassen.

Wie gesund sind Maroni wirklich?

Maroni, die auch als Esskastanien oder Edelkastanien bezeichnet werden, sind reich an wertvollen Nährstoffen. Wer sich hin und wieder eine heiße Tüte gönnt, wird danach nicht nur pappsatt sein, sondern kann sichergehen, seiner Gesundheit viel Gutes getan zu haben. Mit nur rund 220 Kalorien pro 100 Gramm sind Maroni eine gesunde, aber trotzdem leichte Nascherei, die schnell eine ganze Mahlzeit ersetzen kann, wenn man eine ganze Tüte davon isst.

Genau genommen sind Maroni zwar Nüsse, werden aber vielmehr wie Gemüse behandelt, da man sie nicht einfach roh verzehrt, wie es bei Haselnüssen oder Walnüssen der Fall ist. Damit sie weich und genießbar werden, muss man sie kochen oder rösten – andernfalls könnte die Verdauung unseres Körpers schnell Probleme mit der darin enthaltenen Stärke bekommen. Neigt man allgemein dazu, abends nach dem Essen Magenprobleme zu bekommen, so sollte man sich ruhig eine Handvoll Maroni gönnen. Sie helfen, besser einzuschlafen und beruhigen den Darm.

Doch was ist nun genau drin in den kleinen braunen Kugeln? Zunächst einmal sind sie reich an hochwertigem Protein, haben aber einen sehr niedrigen Fettgehalt. Ebenfalls sind in Maroni zahlreiche Mineralstoffe wie Kalium, Phosphor, Eisen, Kupfer, Magnesium, Schwefel und Mangan enthalten. Darüber hinaus weisen Maroni einen hohen Gehalt an Vitamin C, Vitamin E, verschiedenen B-Vitaminen, sowie Provitamin A und Beracarotin auf. Dieser Überblick zeigt schnell: Es gibt kaum ein anderes Lebensmittel, in dem so viele verschiedene hochwertige Nährstoffe auf einmal enthalten sind. Nach einer ganzen Tüte Maroni hat man dem Körper somit jede Menge gesunder Inhaltsstoffe zugeführt, die er gut verwerten kann.

Herkunft und Geschichte der Maroni

Maroni stammen, wie so manch einer annehmen mag, keinesfalls aus Westeuropa. Ursprünglich kommt der Esskastanien-Baum aus Vorderasien und wurde dort schon um 500 n.Chr. von den Menschen geschätzt. Damals wurden Maronen gebraten und gemeinsam mit Quark oder Äpfeln gegessen. Bekannt ist außerdem, dass Karl der Große die Kultivierung von Kastanienbäumen sehr förderte. Besonders in Klosteranlagen wurden um 800 n.Chr. viele davon angepflanzt.

Maroni waren sogar noch vor der Kartoffel ein wichtiges Grundnahrungsmittel in Europa! Man aß sie auf verschiedene Weisen, ob als Beilage zu Fleisch, ob als Suppeneinlage oder auch gemahlen für die Herstellung von Brot – was auch heute noch nicht unüblich ist.
Wegen ihres hohen Stärkegehalts dienten Maroni allerdings auch als Tierfutter. Selbst heute verfüttern italienische Bauern noch Esskastanien an ihre Schweine – das wunderbare Aroma zeigt sich im berühmten Carrara-Schicken aus der Toscana.

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Maroni in der Medizin

Maroni schmecken nicht nur gut, sondern sind auch wichtige Helfer in der Naturmedizin. So setzt man sie beispielsweise bei Venenbeschwerden oder Krampfadern ein. Viele homöopathische Präparate sind mit Edelkastanien-Extrakt angereichert. Der darin enthaltene Wirkstoff nennt sich Rutin und zählt zu den Bioflavonoiden, (das einst auch als Vitamin P betitelt wurde – eine Bezeichnung, die sich allerdings inzwischen als falsch herausgestellt hat).
Darüber hinaus kommen in der Esskastanie noch viele weitere Substanzen vor, die teilweise noch nicht ganz erforscht sind. Fest steht jedoch, dass sie einen blutverdünnenden Effekt erzielen, die Venenwände kräftigen und Gefässentzündungen präventiv entgegenwirken können.

Maroni einfach zuhause zubereiten

Der Klassiker sind natürlich geröstete Maroni, dampfend und heiß aus der Tüte. Allerdings gibt es noch viele weitere Möglichkeiten, die schmackhaften Esskastanien zuzubereiten. So kann man sie beispielsweise zu Mehl zermahlen und daraus Brot backen, das einen wunderbar nussigen Geschmack aufweist. Selbst Kastanienkuchen ist möglich. In der Winterzeit werden Maroni häufig für die Füllung der Weihnachtsgans verwendet – oder auch, in karamellisierter Form, als süß-nussige Beilage zu Wild gereicht.

Die Ernte findet in der Regel zwischen September und Oktober statt. Dann kann man Maroni einfach vom Boden einsammeln. Sie fallen von alleine vom Baum, sobald sie reif sind. Zur Zubereitung ritzt man sie kreuzweise ein und röstet sie etwa 15 Minuten lang in einer Pfanne. Auch das Kochen in Salzwasser ist möglich, dadurch werden sie weicher und nicht ganz so intensiv im Geschmack. Verzehrt werden sie ohne Schale, allerdings muss man aufpassen, sich beim Schälen nicht die Finger am heißen Fleisch zu verbrennen.

Noch ein Tipp: Wenn Maroni partout nicht weich werden wollen, bereitet man sie am besten im Dampfkochtopf zu.

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